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sobald indeß die Leidende sich etwas wohler fühlte, bat sie Agathe, ihr etwas auf dem Piano vorzutragen, und diese erfüllte nicht allein gefällig dies Verlangen, sondern sie führte auch mit Malwina etwas Vierhändiges aus, das die Mutter entzückte. Diese konnte nicht satt werden zu hören; Agathe gab Herz, Thalberg, Beethoven, waS sie nur wußte und konnte. Jda, anfangs mit den andern Kindern gegenwärtig, hatte diese nach und nach inS Vorzimmer gelockt, dort ruhig beschäftigt und dann zu Bett gebracht; endlich benutzte sie eine Pause, und wagte schüchtern die Frage, ob Malwina nicht zur Ruhe müsse, eS habe schon zehn Uhr geschlagen?
,,Sie haben die Uhr im Kopfe, daß es ein Entsetzen ist, Jda!" warf Frau Conring mit scharfem Tone hin. „Nun, ein Stück iverdcn Sie noch erlauben?"
,,Jch habe gar nichts zu erlauben," flüsterte Jda demüthig, „ich fürchte nur für Ihre und Malwina's Gesundheit!"
„Ach, Sie fürchten immer! Ich genieße eben das schönste Mittel, mich zu stärken — von Arzneimitteln wird man doch nicht krank?"
„Ach, wie oft!" dachte Jda, doch sie schwieg und entfernte sich, noch einige HaußhaltungSgeschäfte zu besorgen.
„Fräulein Mellow ist wohl nicht musikalisch?" fragte Agathe. „Was noch schlimmer, sie hat gar keinen Sinn für Musik, erwiderte Frau Conring. „Ich bitte, Fräulein Agathe, geben Sie mir daS vierhäudige Stück noch einmal, das Sie meiner Malwine mit so wunderbarer Schnelligkeit beigebracht haben. Dann müssen wir die kleine Künstlerin freilich wegschicken; ihr Vater würde unzufrieden sein, fände er sie noch hier, und er muß bald kommen." Das Zusammenspiel fiel nicht ganz so gut aus, als das erste Mal, die schwächere Parthie war niüde und griff oft falsch, doch sagte die Mutter nichts darüber, und als Malwine weggegangen war, schlug Jene der Erzieherin vor. den
Aurora. < •->

