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sich und verträgt sich eben so schnell wieder. Nächstens werde ich sie wieder Arm in Arm miteinander wandeln und flüstern sehen!" Diese schöne Zeit wollte indeß gar nicht kommen; im Gegentheil verfinsterte sich der Himmel immer mehr. Marianne war fast beständig so leidend, daß sie auch daS geregeltste Kmdergeräusch gar nicht ertragen konnte, und ihre Kinder daher immer nur auf kurze Zeit sah; doch sehnte sie sich sehr nach Unterhaltung und Zerstreuung, und ließ sich bald von Jda deutsch, bald von Agathe französisch vorlesen. Jda las klar und einfach, daö beruhigte die Kranke wohl, doch es genügte ihr nicht immer; dann verlangte sie nach gewürzterer Speise. Agathe las feurig, dra­matisch, das regte die Leidende auf, aber es machte ihr Vergnügen.

Heute war Agathe eingeladen worden, le comte de Monte Christo von Dumas vorzulesen. Sie schlüpfte leise durch eine Seitenthür vom Gange aus herein, und fand das elegante Zimmer lieblich erwärmt, sanft erleuchtet, die Theesachen bereits vorgerichtet, das Buch auf dem Tische vor dem sammetüberzogenen Lehnsessel, der für die Lectrice be­stimmt war, doch die Herrin dieses Reiches noch nicht anwesend. Agathe schaute um sich, und durch die halbgeöffnete Thür in das erleuchtete Vorzimmer. Dort saß an dem niedrigen Kindertische Jda, um sie und neben ihr die drei Kleinen. Von AgathenS Sitze aus hatte diese, ohne von Jemanden von ihnen gesehen zu werden, den vollen Anblick der ganzen Gruppe.

Jdas zartes Profil hob sich schön beleuchtet hervor, so wie der Umriß ihrer feinen Gestalt; sie trennte Wäsche auf, und die Kinder, welche ihr Abendessen beendet, hatten, alle ihre sonstigen Vergnügungen bei Seite lassend, ein besonders anziehendes Spiel mit den Knöpfen, Bändern und Läppchen vor, mit denen der Nähkorb der jungen Arbei­terin ausgefüllt war. Dabei ward ein eifriges, jedoch nur halblautes Gespräch geführt; die belebten Gesichter der Kinder wandten sich immer