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Du jeden frischen, warmen Lusthauch, jeden Sonnenstrahl benutzen und Dir neue Kraft daraus schöpfen."
In Mariannens Seele kämpfte eine tiefe Rührung über die unermüdliche Sorge ihres Mannes für sie mit ihrer gewöhnlichen Verstimmung und der Abneigung vor allein Neuen; sie vereinigte beide Empfindungen, indem sie schmachtend sagte: „Du bist so gut. Wilhelm; aber ich werde Deinen Hoffnungen nicht entsprechen, der Frühling hat niich von jeher erschlafft und niedergedrückt." Eine lange, klägliche Beweisführung sollte folgen, doch Conring schnitt den drohenden Regenschauer ab, indem er tröstend sagte: „Das wollen wir doch erst einmal erproben!" Dann fügte er hinzu: „Du bist also damit zufrieden; ich will gleich mit Fräulein Jda sprechen, und das Nöthige anordnen."
Schloß Branitz war auf einer mäßigen Anhöhe gelegen, gen Nord und West von einer hohen, bewaldeten Bergwand überragt; in Süd und Ost gewährte eS eine freie, herrschende Aussicht auf das weite Flußthal mit seinen Fischerkähnen, Last-, Segel- und Dampfschiffen, mit seinem lebhaften Uferverkehr, und all den Dörfern, einzelnen Häuschen, Berg- und Thalbildungen, die jenseits den Fluß unigaben, doch war es demselben fern genug, um von dem lärmenden Treibe» seiner Umwohner und Schiffer nicht belästigt zu werden, auch schützte es seine hohe Lage vor jeder Gefahr der Ueberschwemmung. Das Gebäude war neu, wohnlich und stattlich, Wirthschaftsgebäude schloffen sich von beiden Seiten dem Herrenhause an, und bildeten einen schönen, offenen Hof; ein großer Garten mit Parkanlagen, sich damit verbindend, senkte sich den Hügel hinab, und stieg noch hinter dem Schlosse hinauf, manches reizende Plätzchen, manche besondere Ansicht der Umgebung darbietend. Ein ansehnlicher Grundbesitz an Wald, Feld und Wiese dehnte sich nach alle» Seiten aus, auch an Wasser in der Nähe fehlte es nicht; einige Qnellchcn entsprangen am Schloßhügel, und aus einem tiefen, vielgewnndenen

