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Buch lag vor ihr, sie hielt einen Bleistift, sonstiger Zeichenapparat war auf dem Tische zerstreut.
AgathenS erstes Gefühl war, schnell sich abzuwenden, und das Weite, oder vielmehr ein anderes Asyl zu suchen, da die Verhaßte diesen so mühsam errungenen Platz bereits usurpirt hatte; doch Jda blickte auf eine dunkle Rothe, die ihr Hals und Gesicht überzog, beivies, sie hatte durch das Gebüsch ihre Feindin erkannt; sollte diese der unwürdigen Besitzerin dieser Feste noch den Triumph gönnen, sie in die Flucht gejagt zu haben? „Nein. der Wald ist frei," dachte Agathe, „ich will mit kalter Verachtung mich waffnen, und ihr kühn entgegentreten!"
So erschien Agathe auf der Felsenplatte, näherte sich dem Sitze der Naturbetrachterin, grüßte leicht hin, warf einen Blick auf das Papier und sagte kalt: „Sie zeichnen ja recht niedlich, Fräulein Mellow! Wieder ein unbekanntes Talent," setzte sie spöttisch hinzu, „welches der Zufall auS tiefer Verborgenheit zu Tage fördert!"
„Ach, nein," erwiederte Jda demüthig, „es ist nur ein Versuch, ob ich noch etwas von dem Unterrichte meines seligen Vaters weiß ..."
„Aber warum," fiel Agathe ein, „nehmen Sie nicht eine größere Ansicht auf, etwa jenes helle Dorf, theils so traulich am Fuß der gegenüberliegenden Berge gelagert, theils den Abhang hinansteigend, und noch weit von ihm überragt; oder dies liebliche kleine Thal, weiches der Bach so tändelnd durchfließt, nachdem er eben einen köstlichen, milchweißen Wasserfall gebildet? — oder Alles zusammen in einer großen Ansicht? Sie haben sich von dieser Schönheitsfülle nur mit sehr magern Brocken begnügt, nur diese beiden Bäume zur Seite gewählt, diese große Tanne und diese schlanke Birke — eine recht artige Gruppe — aber im Grunde doch nur einige Striche, die Stämme und Aeste bilden, und etwaö Baumschlag ..
„Sie habe» Recht," versetzte Jda, „es ist ein sehr kleiner Vorwurf,

