und Stärkung nöthig, Lina müsse die ganze Kurzeit der Mutter mitmachen, auch Carl würde ein gelindes Theilnehmcn daran nützlich sein. Aber was helfen mir alle diese Vorschriften, wenn die Kranke nicht will? Und ich habe sie noch nie so entschlossen, so blind und taub gegen alle Gründe gefunden, als diesmal. Ich weiß es, beliauptet sie mit aller tragischen Kraft, die ihr eigen: (Statt tragisch würde ich lamentabel sagen, dachte Agathe) das kalte Wasser ist mein Tod! Wer mich dahinein schickt, ist mein Mörder! — Wer soll sie nun dazu überreden? ES müßte ein Wunder dazu geschehen!"
„Ich sollte denken..." fing Jda an, blickte i» Agathens Auge, erröthete, stockte.
„Ich glaube ebenfalls," fuhr Agathe fort, „wenn nur Alle gemeinsam Frau Conring belagerten, sie würde sich endlich ergeben."
„Ja, wen», wenn!" fuhr Conring aus. „Solche Wenns machen mich ganz wild. Und das von Ihnen, der Wasserfeindin!"
„Ich verehre daS Wasser als eine gewaltige, schöpferische Kraft, habe Reusse gelesen, und bin ganz dafür!" betheuerte Agathe. „Hab' ich einmal etwas anders geschienen, so war das ein Mißverständniß."
Conring sah sie verwundert an. „Wollen Sie mir denn helfen, meine Frau zu überzeugen?" fragte er noch zweifelnd.
„Aus allen Kräften," sagte Agathe feierlich, und reichte Jda die Hand, „mit vereinten Kräften!"
„Wäre eS möglich?" rief Conring, indem fein Blick von Einer zur Andern flog, „Einigkeit, Einklang, Liebe, Frieden und Freude?"
„Alles daS ist bei uns zu haben," sagte Agathe, „Dank sei Gott und Jda, und also Hoffnung und Kraft zu allem Guten."
„Dann wird meinem Hause ein neues Leben wiederkommen," flüsterte Conring gerührt, „dann will ich an nichts verzweifeln."
Die projectirte Belagerung wurde in regelmäßiger und regelloser
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