unaufmerksam. „Ich glaube," sagte er eines Tages nach den Stunden, als sie zusammen ins Freie gehen wollte», „ich glaube, Agathe, — das „Fraulein" war völlig verschwunden. Du weißt Alles und bist in der ganzen Welt gewesen!" Dabei umfaßte er ihre Knie und sah sie voll Ehrfurcht an.
Agathe lachte. „Du wirst noch andere Reisen machen als ich, wenn Du groß bist," sagte sie.
„Ja, ja," jauchzte er, „ich möchte gleich anfangen"
Indeß kamen oft Briefe aus der Wasserheilanstalt, von Malwine sehr hübsch geschriebene und liebevolle, an den Vater und Agathe, von Jda mit noch erschöpfenderen Berichten. Der Anblick des friedlichen Thales hatte der Kranken wohlgethan, des Arztes Art und Weise ihr gefallen; er hatte ihr die ersten Tage nichts von Wasser zugemuthet, sondern nur die Kinder anfangen lassen — die frische, mit Tannenarom erfüllte Luft war ihre ganze Arzenei. Nach und nach kamen einige leichte Wasserversuche, sie wurden überstanden, man gewann Bluth zu mehr, und es stellte sich ein erhöhtes Wohlsein, ja eine besondere Kühnheit ein. Aber nicht für lange; eine völlige Bluthlosigkeit, von allerlei bedenklichen Symptomen begleitet, trat an ihre Stelle.
Frau Conring bat ihren Blaun flehentlich, sie zu besuchen, sie, die Verlassene, durch seine» Anblick zu trösten, sie sei nun schon fast drei Wochen ohne ihren geliebten Wilhelm! Doch Jda, durch die Zustimmung deS Arztes verstärkt,rieth ab; eS sei Alles verloren, wenn Herr Conring jetzt komme, die Kranke werde dann durchaus nach Hause wollen,
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es werde entsetzliche Kämpfe geben. So hatte denn Wilhelm unüberwindliche Hindernisse, doch nur für wenige Tage, und Marianne sah sich gezwungen zu warten. Noch einige Male ward sie so vertröstet, indeß hatten sich Bluth und Kräfte wieder gehoben, einige Neuangekommene Kurgäste regten erhöhtes Leben und Interesse an, andere, völlig Ge-

