wo es Jdas Worten gelang, die entschlafene Liebe zu erwecken, sich und die Freundin zu gemeinsamen Streben zu begeistern. Altner hörte fast andächtig zu. Jetzt trat Jda unbefangen ein, erröthete aber tief, als Altners verehrende, liebende Blicke feurig auf ihr weilten.
„Sie haben miteinander den schönsten Bund gemacht/ rief er mit Begeisterung, „o nehmen Sie mich darin als den Dritten auf!"
Jda legte bewegt, Agathe lächelnd ihre Hand in eine seiner ausgestreckten Hände, und der Freundesbund war geschlossen. Eine völlige Gleichheit herrschte indeß nicht darin, denn nach einigen Monaten gestand Jda ihrer Freundin, daß Altner sie liebe, und daß sie seine Neigung von Herzen erwidre. Agathe war theilnehmend und glücklich, besaß jedoch die hohe Selbstbeherrschung durch keine Andeutung zu verrathen, was
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sie dazu gethan, Altners Neigung zu lenken, ja sie ließ nicht einmal merken, daß sie Jdas Liebesgeheimniß von Anfang an durchschaut.
Bald ward die Verlobung auch Conrings angezeigt, und gegen Ostern verließ Altner Schloß Branitz, brachte seinen Zögling in das bestimmte Institut, und nahm bald darauf eine kleine Pfarrstelle an. Nach Jahresfrist ward die Pfarre des Dorfes im Thäte am Bach erledigt, und Con- ring bewirkte, daß Altner sie bekam, obwohl dieser nun sein Haus einer seiner Stützen beraubte. Marianne kam sich mütterlich edel vor, Jda hinzugeben; aber sie gestand sich nicht, daß sie diese bei festerer Gesundheit nicht mehr so nothwendig brauche. Die junge, glückliche Frau Pfarrerin zog bei Frllhlingsglanz in ihr reizendes Pfarrhaus ein; ihrem Fenster gegenüber lag die Felsenkuppe, die in ihrem Leben so bedeutend geworden, die ihr so heilig war.
Den ganzen Sommer lang war der lebhafteste Verkehr zwischen beiden Familien, täglich wanderten Karl und Paul dorthin, Lehre bei dem Pfarrer zu empfangen, wobei Paul nie verfehlte, seiner stets geliebten Jda etwas Schönes an Blumen oder Früchten mitzubringen.

