Widerschein Don Rothe spielt auf ihren Wangen, und ihre erst so matten Augen hekommen Licht unv Leben."
„Beschäftigt.ist sie auch;" fügte Regine hinzu, „sie hilft der Wirth- schafterin in Küche und Milchkammer, dem Inspektor bei seinen Rechnungen, auch lernt sie bei dem Gärtner Botanik."
Antonie war traurig, als sie von der Abreise ihrer Wohlthäterin hörte, doch ergab sie sich darin. Das Gcschwisterpaar fuhr in fröhlichem Blüthe davon. Den ganzen langen Weg aber riß der Faden ihrer Berathungen und Erzählungen keinen Augenblick ab. „Du mußt eine Millionärin sein," betheuerte Peter, „es ist sonst unmöglich, daß Du so vieler Bienschen Erziehung und Versorgung ohne Bedenken auf Dich nehmen kannst, Dich in so viele Weitläustigkeiten einlässest, in so vielen Töpfe» kochst!"
„Fehlgeschossen!" erwiderte sie lachend, „so groß ist mein Besitzthum nicht; ich habe rechnen gelernt, und weiß sehr wohl, was ich thue."
„Nimm Dich in Acht," warnte er, „daß Du nicht falsch calculirst, und Dich nicht einmal plötzlich vis a vis de rien siehst! Es sollte mir Leid thun, wenn Du auf Deine alten Tage Dich um wildfremder Leute wegen zu Grunde richtetest."
„Es ist wahr, daß ich spekulire," gab sie zu; „aber ich thue es mit Vorsicht. Mein Gut soll mir Genuß und Freude, einen hübschen Landaufenthalt geben, es soll schöner werden von Tag zu Tag; aber eS soll mir auch etwas einbringen; die Erzeugnisse meiner Felder und meines Viehstandes, meiner Gemüse-, Obst- und Blumengärten müssen sich durch meine intelligenten und treuen Vorsteher dieser Fächer fast verdoppeln. Die neue Schneidemühle ist der Anfang einer Ausbeutung meiner Hülfs- quellen, die langsam aber sicher betrieben werden soll. IlebrigenS bin ich keineswegeS verschwenderisch, ich lebe einfach, habe das Hang der Tante in der Stadt behalten, nur dasselbe ein wenig freundlicher gemacht, und ich habe bis jetzt immer noch die schönste Bilanz aufrecht erhalten-
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