„Aus Hemdchcn, Röckchen und Kleidchen, nebst Strümpfen und Schuhen, etwa für ein Kind von vier Jahren paffend," erwiderte Adelheid, „ich muß diesen Anzug getragen haben, als ich zu Bräunlich kam, auch schweben mir »och, wen» ich mich in meine erste Kindheit versetze, die Blümchen dieses Kleides vor den Augen, und ich habe zugleich ein heiteres, angenehmes Gefühl."
„Erinnerst Du Dich keines Zeichens oder Namens an diesen Sachen, mein Kind?"
„Nein, nicht daß ich wüßte?"
„Was aber ist aus dem theuern Päckchen geworden?"
„Ich habe es immer sorgfältig vor Brünett! verborgen," erzählte Adelheid, „so oft wir die Wohnung änderten, brachte ich ein verstecktes Plätzchen heraus, wo ich es verbarg, und das habe ich auch hier vollführt. In den erschütternden Begebenheiten der letzten Wochen ist es mir jedoch ganz aus dem Sinn gekommen. Hier," fügte sie heiter hinzu, „habe ich nichts zu verbergen; aber dieses Andenke» früherer Zeiten möchte ich doch versuchen wieder zu finden."
„Du hast ganz Recht," entschied Regine, „>vir wollen »och heute zu- sannncn hingehen."
Als Adelheid zwischen dem Major und seiner Schwester in ihrer früher» Wohnung, dem Schauplatze ihrer Leiden, wieder erschien, erkannte sie dort Niemand, so sehr war ihre ganze Persönlichkeit eine veränderte; man hielt die drei für Vater, Mutter und Tochter, und die Wirthin beeilte sich, die leer gewordene Wohnung zu zeige» und anzupreisen.
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Adelheid sah mit tiefer Erjchütlerung um sich, doch sie rang mit Gewalt nach Fassung. Während die Wirthin die Herrschaften von einem Zim »icr ins andere, auch in die kleinern Hinterziminer führte, und jeden Vortheil derselben hervorhob, schaute Adelheid in einen offenen Wandschrank, und zog unbemerkt von den Andern, aus einer kleinen Vertiefung

