lassen und stetig an mit dem Winter zu zanken und zu streiten, der auch nicht im geringsten nachgeben wollte. Endlich giengen sie zum lieben Gott und trugen ihm ihre Streitsache vor.
Nachdem der liebe Gott jeden angehört hatte und sah, wie keiner nachgeben wollte, sprach er: „Die Sache ist allerdings schwierig. Der Winter hat Recht, weil die Blumen unter feiner Schneedecke hervorgewachsen und schon aufgeblüht sind; Blumen aber, die im Winter blühen, sind Winterblumen und gehören ihm eigen. Du hast jedoch auch Recht, sprach er zum Frühlinge, wenn du die Blumen als dein Eigenthum ansprichst; denn wo brächte der Winter etwas Grünes oder gar Blumen hervor? Warum hast du sie aber so zeitig hervorkommen lassen? das ist deine Schuld. Wir wollen nun die Sache so machen: Da einer so viel Recht darauf hat als der andre, so soll der Frühling die
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Blätter und Stiele behalten; die Blüten aber sollen dem Winter gehören."
Da nahm der Winter die grünen Blütchen, und hielt sie so lange in seinen kalten Händen, bis sie so weiß wurden wie Schnee.
Der Frühling aber färbte die Blätter, die erst mehr blaß und gelblich aussahen, in ein schönes dunkles Grasgrün, und tupfte auch mit seinem Pinsel, worin er noch etwas Farbe hatte, ein paar grüne Fleckchen auf die Blüten.
Hierauf setzten sie die Blümchen wieder in die Erde, und rathschlagten, wie das Blümchen heißen sollte.
Der Winter sagte: Es kann gar nicht anders heißen, als Schneeblume; denn eine Blume ist es, und unter dem Schnee blüht sie auch und zwar ganz allein; also muß sie wohl Schneeblume heißen. '
„Thorheit!" sagte der Frühling, „geh mit deiner Schneeblume; das ist ein Name, bei dem man blos an den Winter denken kann. Du weißt aber, daß ich auch meinen Theil an der

