ihm der König; er sprang vom Pferde, warf sich der Königin zu Füßen, nahm seinen Helm ab; und da stürzte ihm Lenchen mit einem Schrei in die Arme; denn es war Theowald.

Nun war die Festfreude erst groß; denn jetzt war auch Len­chen wieder froh; aus seinen dunklen Augen stralte Wonne und Glück und seine Wangen fiengen wieder an zu blühen. Der König gewann Theowald bald sehr lieb, schenkte ihm eine Burg, und sie lebten gar glücklich und zufrieden, und Theowald war im gan­zen Lande bekannt und geliebt, weil er es schützte mit starker Hand und dem Volke viel Gutes that.

Nach einigen Jahren starb der König, und da er keine Kin­der hinterließ, wählte man einstimmig den besten und tapfersten Ritter zu seinem Nachfolger, und das war Thcowald.

Er zog nun ins königliche Schloß zu Lenchen und lebte mit ihm vergnügt und glücklich. Und jeden Abend, wenn der Mond aufgieng, konnte man auf dem Dache des Schlosses zwei weiße Täubchen sitzen sehn, die mit den Flügeln wehten und riefen:

Ruh, Ruh, Guruh! schließt die Äuglein zu! schlafet süß die ganze Nacht!

Gottes Englein halten Wacht; n

Ruh, Ruh, Guruh! schließt die Äuglein zu!"

Und vor dem Schlosse in einer Ecke war eine kleine Einzäu­nung, darin war ein Grab, darauf ein Stein mit der Aufschrift:

Sanft nun ruhest du allhier, * .

gute Hirschkuh, treues Thier!

Königs und der Königin Retterin und Pflegerin!

32