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Straße und nicht auf Seitenwegen von der Heimat zu ihm in die Stadt zu kommen, so sollst du seine Frau werden!" — „Ich Frau Richterin werden?" rief überrascht das Mädchen, „das wäre gar nicht übel, da muß ich meine Klugheit schon recht zeigen."
Sie dachte nun nach, wie sie die Sache recht gescheidt anfangen sollte, und kam bald auf einen klugen Einfall. Ein paar Stunden, bevor der Tag heimgieng, ließ sie den Weg von der Heimat bis zur Stadt mit Brettern belegen, warf sich ein Fischnetz um, und so gieng sie bei der Abenddämmerung über den Bretterweg zum Richter. Dieser, hocherfreut über die Klugheit des Mädchens, hielt getreulich sein Wort, und in einem Monat wurde die Hochzeit mit aller Pracht gefeiert. Nur eine einzige Bedingung hatte der Bräutigam seiner Braut gesetzt. Sie sollte nämlich niemanden, der vor ihm einen Prozeß zu führen habe, irgend einen Rath ertheilen.
Da kam eines Tags ein Bauer zur Frau Richterin und erzählte ihr, daß er mit seinem Nachbar viel zu streiten habe, und daß er eben jetzt deswegen in großer Verlegenheit sei. Er bat sie daher, sie möchte ihm einen weisen Rath geben. Die Richterin weigerte sich anfangs standhaft und erklärte dem Bauer weitläufig, daß sie durch einen solchen Beistand ihren Rang und ihren Mann verlieren würde. Da fieng der Bauer an, alle weisen Räthe und Aussprüche, die er je von ihr gehört hatte, aufzuzählen, und nun hatte er den Zweck nicht verfehlt. Die Frau ließ nun ein Wort nach dem andern fallen, und endlich sagte sie ihre Meinung rund heraus. „Aber sage beileibe niemanden, wer dir gerathen hat! — Hörst du! rief sie dem Bauer noch nach. Dieser stellte sich nun vor Gericht, und sein Gegner mußte der Weisheit der Frau Richterin unterliegen. Dem Richter kam es gleich in den Sinn, woher etwa der Bauer seine Klugheit geholt haben möchte. Er nahm ihn daher bei Seite und fragte so lange

