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Sie gaben dem König zu verstehn, daß Suliman (dies war der Name des biedern Mannes) sich schon früher damit gerühmt habe, er wolle Zelia die Freiheit verschaffen. Drei durch große Geschenke bestochene Männer sagten aus, daß sie solche Reden von Suliman gehört, und der von Zorn überwältigte König befahl seinem Milchbruder, Soldaten abzuschicken und seinen Erzieher wie einen Verbrecher gefesselt vor sich führen zu lassen.
Kaum hatt' er diesen Befehl ertheilt und sich in sein Gemach zurückgezogen, als die Erde unter Blitz und Donner erbebte und die Fee Engelrein ihm erschien. „Ich hatte eurem Vater verspro- chen," sagte sie zu ihm mit strengem Tone, „euch mit meinem Rathe beizustehn und euch zu bestrafen, wenn ihr mir nicht folgt. Ihr habt jetzt nur noch die Gestalt eines Menschen, allein eure Verbrechen haben euch in ein Ungeheuer verwandelt. Es ist nunmehr Zeit mein Versprechen zu erfüllen und euch zu bestrafen. Ich verdamme euch also, daß ihr den Thieren ähnlich werden sollt, deren Neigungen euch beseelen. Ihr seid ähnlich dem Löwen geworden durch eure Wuth, dem Wolf durch eure Gefräßigkeit, der Schlange durch euren Undank, womit ihr euren zweiten Vater tobtet, dem Stier endlich durch eure Rohheit. Traget daher in eurer Umwandlung die Merkmale aller dieser Thiere an euch!"
Kaum hatte die Fee diese Worte ausgesprochen, als Liebwerth mit Entsetzen sich nach ihrem Wunsche erblickte. Er hatte den Kopf eines Löwen, die Hörner eines Stiers, die Füsse eines Wolfs und den Schweif einer Viper. In demselben Augenblicke sah er sich in einem großen Wald an dem Rande einer Quelle, in welcher er seine Schreckensgestalt erblickte, und eine Stimme vernahm er, welche ihm zurief: „Betrachte aufmerksam den Zustand, in den dich deine Laster versetzt haben, deine Seele ist jedoch noch tausendmal abscheulicher geworden, als dein Körper. Liebwerth erkannte Engclreins Stimme und wollte sich in

