seiner Wuth auf sie stürzen, um sie zu verschlingen; allein er konnte sie nicht sehn, und dieselbe Stimme dröhnte ihm in die Ohren: „Ich spotte deiner Schwäche, wie deiner Wuth. Ich will deinen Stolz beugen, indem ich dich unter die Botmäßigkeit deiner eignen Unterthanen stelle."
Liebwerth glaubte sein Schicksal erleichtern zu können, wenn er sich von der Quelle entfernte, worin er stets sein gräuliches Bild erblickte; er drang daher tiefer in den Wald. Kaum hatte er aber einige Schritte gemacht, als er in eine Grube fiel, worin man Löwen zu fangen pflegte. Jäger, die nicht weit davon waren, eilten herbei, fesselten ihn und führten ihn nach seiner eignen Hauptstadt. Statt unterwegs einzusehn, daß seine bösen Thaten ihm diese Züchtigung zuwege gebracht hatten, überließ er sich der Wuth, biß in seine Ketten und verwünschte die Fee. Als er sich der Stadt näherte, erblickte er alles in Freuden, und als die Jäger fragten, was es Neues gäbe, sagte man ihnen, daß König Liebwcrth vom Blitze erschlagen worden sei; denn so glaubte man es überall. Noch fügte man hinzu, daß Gott seine Verbrechen nicht mehr ansetzn konnte und deßhalb die Erde von ihm befreit hätte. Vier Herren seines Hofes, die Mitschuldigen seiner Handlungen, wollten nach seinem Tode sein Reich theilen; allein das Volk, welches wußte, daß sie den König so verdorben hatten, zerriß sie in Stücke und übergab die Krone demselben Suliman, den der Tyrann tödten lassen wollte. Dieser Würdige wurde nun gekrönt und der Tag gefeiert gleich der Befreiung von einer schweren Last.
Als-Liebwerth dieses hörte, schäumte er vor Wuth; allein er sollte noch viel Schlimmeres erfahren; denn als er auf dem großen Platze vor seinem Palastc angekommen war, erblickte er Suliman auf einein prächtigen Thron und das ganze Volk knie- end, welches ihm ein langes Leben wünschte, um die Leiden lin-
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