Grete sann hin und her, konnte aber keinen andern Ausweg finden, als die einzige Kuh auf dem in einigen Tagen beginnenden Jahrmärkte in der Stadt zu verkaufen.
Bekümmert und von der Nothwendigkeit dieses Schrittes nur zu sehr überzeugt, meinte Hase: „Was thun wir aber nachher, wenn auch die Kuh weg ist?"
„Das weiß ich freilich nicht," versetzte Grete, „aber ich denke, der liebe Himmel wird uns schon auf die eine oder die andre Art helfen."
„Damit denkst du beständig durchzukommen," antwortete Hase, „und am Ende scheint's mir, du könntest wol recht haben; so will ich denn in Gottes Namen morgen die Kuh nach der Stadt führen."
Wie gesagt, machte sich Hase am folgenden Morgen mit der Kuh auf den Weg nach der Stadt, nachdem ihm Grete noch eingeschärft hatte, ja so viel Geld als möglich dafür nach Hause zu bringen. Langsam trieb er sie einher und kam nach ein paar Stunden an den einsam auf einem waldigen Berge gelegenen Trümmern eines alten Raubschlosses vorbei, in dessen unterirdischen Gewölben die Sage große Schätze verborgen sein ließ.
„Ach, wer von dem vielen Gelde, das da droben vermodert, etwas hätte, seufzte Hase, indem er unter der verfallnen Burg hinzog; „da liegt's unbenutzt und könnte mir und manchem andern armen Schlucker sogleich damit aus der Patsche geholfen werden.
Ein Viertelstündchen weiter führte der Weg über einen buschigen Hügel oder Bühel, was einerlei bedeutet, und den die Leute jetzt den Flaschenbühel heißen, von welchem Namen aber dazumal noch keine Seele etwas wußte. Auf diesem Bühel begrüßte Hase plötzlich von hintenher jemand mit „Guten Morgen!" „Schönen Dank!" erwiderte unser Bauer freundlich und
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