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vor. Harre nur drei Mondenwechsel in Geduld aus! dann soll dir's nie an Gelegenheit gebrechen, mit deinen Puppen zu spielen." Ehe noch der beredsame Gnom mit dieser Rede zu Ende war, drehte ihm Emma unwillig den Rücken zu, ohne ihn einer Antwort zu würdigen. Er aber hob sich von bannen in die nächste Marktstadt, kaufte als ein Pachter gestaltet einen Esel, den er mit schweren Säcken Sämerei belud, womit er einen ganzen Morgen Landes besäete. Dabei bestellte er einen seiner dienstbaren Geister als Hüter, dem er aufgab, ein unterirdisches Feuer anzuschüren, um die Saat von unten herauf mit gelinder Wärme zu treiben, wie Ananaspflanzeu in einem Lohkasten.
Die Rübensaat schoß lustig auf und versprach in kurzer Zeit eine reiche Ernte. Emma gieng täglich hinaus auf ihr Ackerfeld, welches zu besehen sie mehr lüftete als die goldenen Apfel, die aus dem Garten der Hesperiden in den ihrigen verpflanzt zu sein schienen. Aber Mißmuth trübte ihre kornblumfarbenen Augen. Sie weilte am liebsten in einem düstern Tannenwäldchen am Rande eines Quellbaches, der sein silberhelles Gewässer ins Thal rauschen ließ, und warf Blumen hinein, die in den Odergrund hinabfloßen.
Ein junger Grcnznachbar an den Gestaden der Oder, Fürst Ratibor, war schon früher mit Emma verlobt. Schon sah das glückliche Paar dem Tage der Vollziehung ihrer Gelübde entgegen, als die Braut mit einemmal verschwand. Ratibor verließ seine Residenz, zog menschenscheu in einsamen Wäldern umher und klagte den Felsen sein Unglück. Lange schon hatte Emma darauf gesonnen, wie sie den Berggeist überlisten und der lästigen Gefangenschaft entrinnen möchte. Nach mancher durchwachten Nacht sann sie endlich einen Plan aus, der des Versuchs würdig schien, ihn auszuführen.
Der Lenz kehrte in die gebirgigen Thäler zurück, der Gnom ließ das unterirdische Feuer in seinem Triebhaus ansgehn, und

