leitSmann war ihm bis zur Herberge gefolgt, um ihn zu gelegner Zeit dort zu finde». Jetzt trat er seinen Rückweg in's Gebirge an und sann auf Mittel sich zu rächen. Von ungefähr begegnete ihm auf der Landstraße ein reicher Jsraelit, der nach Hirschberg wollte; da kam ihm in den Sinn, diesen zum Werkzeuge seiner Rache zu gebrauchen. Also gesellte er sich zu ihm in Gestalt des losen Gesellen, der ihn gefoppt hatte, führte ihn unvermerkt seitab von der Straße, und da sie ins Gebüsch kamen, fiel er dem Juden mörderisch in den Bart, zauste ihn weidlich, riß ihn zu Boden knebelte ihn und nahm ihm seinen Seckel, worin er viel Geld und Geschmeide trug. Nachdem er ihn mit Faustschlägen gar übel zugerichtet hatte, gieng er davon und ließ denarmen geplünderten Juden halbtodt im Busche liegen.
Als sich der Jsraelit von seinem Schrecken erholt hatte, und wieder Leben in ihm war, ficng er an zu wimmern und laut um Hilfe zu rufen; denn er fürchtete in der grausenvollen Einöde zu verschmachten. Da trat ein feiner, ehrbarer Mann zu ihm, dem Ansehen nach ein Bürger aus einer der umliegenden Städte, fragte nach der Ursache seines Geschreies, und wie er ihn geknebelt fand, löste er ihm die Bande von Händen und Füssen und leistete ihm alles das, was der barmherzige Samariter im Evangelium dem Manne that, der unter die Mörder gefallen war. Nachher führte er ihn wieder auf die Landstraße, und geleitete ihn freundlich, wie der Engel Raphael den jungen Tobias, bis er ihn brachte gen Hirschberg an die Thür der Herberge; dort reichte er ihm einen Zehrpfennig und schied von ihm. Wie erstaunte der Jude, da er beim Eintritt in den „Krug" seinen Räuber am Zechtisch erblickte, so frei und unbefangen als ein Mensch sein kann, der sich keiner Uebelthat bewußt ist. Er saß hinter einem Schoppen Landwein, trieb Scherz und gute Schwänke mit andern lustigen Zechbrüdern, und neben ihm lag der nämliche Watsack, in welchem Rübezahl
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