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auch in Hirschberg ein Finger an die Thüre deS Gefängnisses. Das war der Bruder Graurock, der vom frommen Eifer aufgeweckt den Anbruch des Tags kaum erwarten konnte, die Bekehrung des armen Sünders zu vollenden. Rübezahl hatte einmal die Deli- quentenrolle übernommen und war entschlossen sie rein auszuspielen. Er schien wohlgefaßt zum Sterben zu sein, und der fromme Mönch freute sich darüber. —
Die Zeit war abgelaufen, das peinliche Gericht hielt dafür, daß es nun an der Stunde sei den Leib zu tödten und kümmerte sich nicht weiter um den Seelcnzustand seines Schlachtopfers. Wie Rübezahl von der Leiter geflossen wurde, zappelte er am Strange nach Herzenslust und trieb das Spiel so arg, daß dem Henker dabei übel zu Muthe ward; denn es erhob sich ein plötzliches Getöse im Volk, und einige schrieen, man solle den Hangmann steinigen weil er den armen Sünder über die Gebühr martere. Um also Unglück zu verhüten streckte sich Rübezahl lang aus, und stellte sich an, als sei er todt. Da sich aber das Volk verlaufen hatte, und nachher einige Leute in der Gegend des Hochgerichts hin und her wandelten und aus Vorwitz hinzutraten, fieng der Scherztreiber am Galgen sein Spiel von neuem an und erschreckte die Beschauer durch fürchterliche Grimassen. Daher lief gegen Abend in der Stadt das Gerücht um, der Gehangene könne nicht ersterben und tanze noch immer am Hochgericht, welches den Senat bewog, des Morgens in aller Frühe die Sache genau untersuchen zu lassen. Wie sie nun dahin kamen, fanden sie nichts als ein Wischlein Stroh am Galgen mit alten Lumpen bedeckt, wie man pflegt in die Erbsen zu stellen die genäschigen Spatzen damit zu scheuchen, worüber sich die Herren von Hirschberg baß wunderten. Sie ließen in aller Stille den Strohmann abnehmen und breiteten aus, der große Wind habe zur Nachtzeit den leichten Schneider vom Galgen über die Grenze geweht.
«SB»

