dem Kamin, welcher eine weiche, wollüstige Wärme durch das Zimmer hauchte, stand eine in Marmor gearbeitete Venus, umgeben von Amoretten. Seitwärts wallte ein großer rother Vorhang herab, eine Nische bedeckend. Reiche Teppiche bedeckten die Tische; schwellende Sophas und Stühle machten das Gemach noch wohnlicher. Der Fuß­boden war mit weichen, blutrothen Teppichen bedeckt, welche den Schritt der darauf Wandelnden unhörbar machten.

In dieser glänzenden Umgebung, in dem sanften Licht, welches zwei Wachskerzen auf einem Armleuchter und das schwache Feuer in dem Kamin verbreiteten, saß Lucie auf einem Divan, das schöne Haupt nachlässig in die Hand gestützt. Sie war in ein weißscidenes Gewand gehüllt, über welchein sie einen polnischen Rock trug, der, vorn offen, verführerisch schöne Formen durchschimmern ließ.

Vor dem herrlich geformten Weibe stand Pierre le Noir und schaute ernst und düster auf die verführerische Schönheit nieder. Lucie schien hingegen von ihrem Ge­sellschafter wenig Notiz zu nehmen und lauschte mit ge- > spannter Erwartung.

Endlich ließen sich Schritte in dem Vorzimmer hören, und Lucie gab Pierre einen Wink und der Mann ver­schwand schnell im Hintergründe des Zimmers. Auf der entgegengesetzten Seite theilte sich ein Vorhang und Mar- got erschien in Begleitung eines jungen, schönen Mannes, dessen reiche und elegante Kleidung zeigte, daß ihr Träger den höheren Ständen angehörte.

Chevalier Saint Etienne," sprach Margot und ent­fernte sich rasch auf einen Wink von Seiten Lucies.

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Tapeten, eingefaßt mit breiten Goldlcistcn, bedeckten die Wände des Zimmers, lange herabwallende Vorhänge von den feinsten Stoffen verhüllten Fenster und Thüren; über