Leicht gekleidet in spinnwebenartige Gewänder, reizend, verführerisch in dem vollen Glänze ihrer Schönheit prangend, welche durch das verlockende Lächeln des schwellenden kleinen Mundes noch erhöht, durch den schmeichelnden Ausdruck des dunklen Auges noch bestechender gemacht wurde, schwebte Lucie ihrem Besucher entgegen.
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Margot ergriff rasch des Jünglings Hand und zog ihn mit sich fort.
Jeanette war es, welche hinter dem Pfeiler der Kapelle verborgen, Alles mit angehört und den Schrei aus- gestoßen. Aber jetzt folgte sie dem Ungetreuen nicht; sie vermochte es auch nicht. Von Zorn und Eifersucht gefoltert, war sie halb bewußtlos an die Mauer gesunken und starrte mit weit aufgerissenen Augen der Richtung nach, in welcher das Licht der Laterne verschwand.
Louis, welcher nicht ahnte, daß er von Jeanetten belauscht sei, war von seiner Begleiterin durch mehrere enge Gassen und Gäßchen geführt, bis sie an einem kleinen Pförtchen ankamen, welches Margot ausschloß und Louis nach sich zog. Sie schritten eine Treppe binaus und kamen in ein Vorzimmer, wo Margot den Jüngling verließ. — Doch schon nach einigen Minuten kehrte sie zu dem Harrenden zurück.
„Nun tritt ein, schöner Junge," flüsterte das Weib mit katzenartiger Freundlichkeit, „tritt ein, die Prinzessin erwartet Dich."
Margot öffnete eine Thüre und mit klopfendem Herzen trat der junge Goldarbeiter in das Zimmer der Lady Guilford.
Louis war überrascht und wie geblendet. Die ganze Umgebung war ungewohnt prächtig und eine Erscheinung, wie diese Engländerin, hatte er noch nie gesehen. Ver-

