legen blieb der Jüngling an der Thüre stehen und wagte kaum, die stch ihm nähernde herrliche Gestalt anzuschauen. Es war ihm, als träte eine Erscheinung aus andrer Welt vor seinen Blick.
„Nun, mein süßer Freund, warum so verlegen?" fragte Lucie lächelnd.
Louis vermochte nicht zu antworten. Da ergriff die Lady die Hand des Jünglings und führte ihn zu dem Sopha, auf dem sie eben geruht.
„Warum so stumm?" fragte die Verführerische wieder. „Verzeihen Sie, Prinzessin, aber so bin ich es nicht gewohnt," stammelte Louis. „Mir ist, als sei ich in ein Zauberreich versetzt, wie ich mir es nie träumte."
„Laß daS, Du sollst es bald gewohnt werden, in solcher Gesellschaft zu sein," scherzte Lucie und legte ihre Hand aus des Jünglings Schulter.
Dieses herablassende Betragen machte auch Louis kühner, er wurde unbefangener und ermuthigt durch das freundliche Lächeln und die leichten Liebkosungen der Schönen, und wagte endlich, seinen Arm um ihre schlanke Taille zu legen. Lucie sträubte sich nicht.
Aus dem Tische vor dem Sopha stand ein gefüllter Becher, welchen die Ladn ergriff und lächelnd dem Jüngling kredenzte. Louis zog gierig das köstliche Maaß ein, welches ihm noch köstlicher erschien, da die purpurnen Lippen der schönen Gesellschafterin ebenfalls davon genippt. Der starke Wein wirkte berauschend auf die Sinne, Alles glühte und tobte in den Adern des feurigen Jünglings und verlangend ruhte sein Auge aus der holden Gestalt, deren Blicke ihn immer mehr aufregten. Fester und glühender umschlang er Lucie und diese empfing nicht nur seine Liebkosungen, sondern erwiederte sie auch.

