3m Garten;u Versailles.
Ha, sieh' die Wang', die Stirn sieh' an, Sie ist so sanft, beredt und hold,
Ihr Lächeln zaubert Himmel an,
Ei» Eden ist Dir aufgerollt.
Byron.
Es war schon hock am Tage. In den schattigen, von Statuen geschmückten Gängen des Gartens zu Versailles, dieser Schöpfung des stolzen Ludwig des Vierzehnten, wandelten einige Herren umher, sich eifrig unterhaltend, bisweilen auch in Lachen ausbrechend.
Der Eine der Spaziergänger war von hoher, stattlicher Gestalt, durch wahrhaft majestätischen Anstand sich von den Anderen vorthcilhaft auszeichnend, und er schien auch, nach dem ehrerbietigen Betragen seiner Begleiter gegen ihn zu urtheilen, der Vornehmste zu sein. — Sein Gesicht mit der starkgebogenen Nase war edel gebildet, seine Augen klar und durchdringend. Die Kleidung des Mannes bestand aus einem blauen mit Gold reich gestickten Rock, auf dem ein Stern glänzte, einer ebenfalls prachtvoll gestickten gelben Weste, über welcher ein blaues Ordensband lag, weißen Beinkleidern, seidnen Strümpfen und Schuhen. — Es war Ludwig der Vierzehnte selbst.
Unter den nach damaliger Mode reich gekleideten Begleitern des Königs zeichnete sich vorzüglich ein junger
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Achtzehntes Kapitel.

