Aber mein Häuschen, was fällt dir ein?" rief da hinter dem Knaben die Stimme seiner Mutter, die aus ihrem Schlafe durch diese Töne geweckt worden war.Du wirst dich erkälten,

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zu seiner Mutter hinein sehen konnte und streckte neugierig seinen Hals weit über die Bettpfoste hinaus.

Da saß die arme blasse Mutter bei ihrer kleinen Lampe, deren trüber Schein das traurige Bild beleuchtete. Uebermüdet durch tägliches Nachtwachen hatte ihr erschöpfter Körper endlich unterliegen müssen, schlaff lagen die Hände mit der Näharbeit im Schooße und ruhig schlafend lehnte ihr armer Kopf an der kal­ten Wand.

Sie schläft!" jubelte Johannes, als er seine Mutter er­blickte und behutsam, daß sie nicht aufwache, kletterte er nun mit Händen und Füßen aus seinem Bette heraus auf den alten hohen Polsterstuhl, der daneben stand. Von da rutschte er behend an der Seite herunter, indem er die Stuhllehne umfaßte, trippelte dann leise über den Fußboden hin zu dem alten Claviere und hell beleuchtete der Mond die kleine Gestalt in ihrem kurzen weißen Hemdchen und nackten Beinchen.

Der herabfallende Deckel des Claviers bestand aus zwei Thei­len, wovon die untere Hälfte gerade nur die Tasten enthüllte, wenn sie aufgeklappt wurde. Bald war es dem kleinen Bur­schen gelungen, diesen Deckel in die Höhe zu heben und nun lagen sie vor ihm, die wunderlichen schwarzen und weißen Gestalten, die so schöne Töne erschallen ließen, wenn man sie berührte. Es war unmöglich, der Lust zu widerstehen, er mußte in diese Zauber­welt hineingreifen und glückselig vor Vergnügen schlüpften die kleinen Finger von Taste zu Taste. Bald tönten ihm eine Menge schöner Melodieen in den Ohren und um diese wieder zu geben, suchte er unermüdlich unter den Tönen, bis er die richtigen ge­funden hatte. Wie geschickt machten das die kleinen Finger, denn es war ja dies ihr erstes Probestück, wodurch sie zeigten, in wel­cher Weise sie dem Knaben behülflich sein wollten und sie hatten nicht geruht, bis derselbe ihnen Gelegenheit gab, den Anfang ihrer Thätigkeit zu machen.