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kleiner Schelm, komm jetzt in dein Bettchen, morgen sollst du auf dem lieben Claviere spielen, so viel du Lust hast."
Erschrocken verbarg der Knabe sein Köpfchen am Halse der Mutter, als diese ihn auf den Arm nahm und wieder in das Bett legte und froh, daß er so ohne Scheltworte davon kam, umfaßte er zärtlich ihre Hand und ließ sich von ihrer sanften Stimme gern wieder in den Schlaf singen. Durfte er ja doch morgen spielen so viel er wollte! — Das war eine Aussicht, so froh und schön, daß sie ihn die ganze Nacht hindurch im Traume umtanzte. —
Die arme Mutter aber fand noch lange keine Ruhe, denn zu all ihren Sorgen war jetzt noch eine neue gekommen. Lange schon hatte sie an ihrem Knaben Talent zur Musik bemerkt, doch so entschieden, wie an diesem Abend, war dasielbe noch nie hervor getreten. Wie sehnlich wünschte sie nun, die Mittel zu besitzen, um dem Kinde eine tüchtige Ausbildung zu verschafien, aber sie, die kaum das tägliche Brod durch ihrer Hände Arbeit erschwingen konnte, sah hierzu keinen Ausweg. — Flehend wendete sich deshalb ihr Blick nach oben und bat um Hülfe und Beistand. Ein inniges Gebet ist ein wahrer Herzenstrost, das fühlte die arme Mutter bald, denn beruhigt legte sie endlich ihr müdes Haupt nieder und bald verscheuchten schöne Träume einer frohen Zukunft Sorge und Kummer von ihrem Lager. —
Jetzt vergingen nun Wochen und Monate, ohne daß sich in der Lage von Mutter und Kind Etwas änderte. Die Wittwe arbeitete noch eifriger, um etwas Geld zum Musikunterricht zu erübrigen, doch die täglichen Bedürfnisse zehrten das Ersparte immer wieder auf und raubten der armen Frau alle Hoffnungen. Johannes durste jetzt auf dem alten Claviere spielen, so viel er Lust hatte und that es mit großem Eifer, aber obwohl seine kleinen Melodieen und Accorde, die er sich zusammen suchte, sehr zart und schön waren, so konnte er doch so ganz ohne Anleitung nicht weiter vorwärts kommen. —
Diesem Uebel wußten auch die eifrigen Finger trotz ihres geschloßnen Bundes nicht abzuhelfen und schon murrte ab und

