LL8

An den Mond.

23ar es Mitleid, Zeuge meiner Leiden!

Wenn dein blasses Licht mich rings umgab,' Weilte hier ich unter Trauerweiden,

Hier an eines Helden stillem Grab?

Isi's noch Mitleid, wenn dein Silberschimmer Blinkt auf dieses Epitaphium?

Du beleuchtest diese öden Trümmer,

Dieser Friedens-Wohnung Hciligthum.

Zollst du so Verdiensten eines Helden Fernher diesen feierlichen Dank,

Daß dein Licht aus unbekannten Welten Mild durch's dichte Laubgewölbe drang?

Steh'st du mit der Geisterwelt im Bunde?

Oder ruh'st du schweigend auf der Flur, Feiernd eine hehre Andachlsstunde,

Huldigt dir die trauernde Natur?

O so gieße mir am Grabeshügel,

Wo ich weile mit verbissenem Schmerz,

Mit der Abendwolken Zauberflügel,

Tröstend Balsam in mein wundes Herz.