- 89 -

nachVrode ging, und mein recht leidlicher Tisch der Vollendung des Portraits eher nachtheilig 'als vortheilhaft seyn mochte- Allein Gewohn­heit >nachr alles erträglich, auch richteten wir, der Mahler und ich, uns vortrefflich zusammen ein. Er mahlre jeden Tag ein Viertelstündchen, ich saß allezeit nur' ein Paar Minuten und war endlich so an ihn gewöhnt, daß mir die Tren­nung von dem Manne einige Mühe kostete- Als das Bild fertig war, wurde Haus und Hof zusammen gerUen, und der kleine Mahler stellte sich allen mit so großen Augen und so drohendem Mahlerstocke gegenüber, daß kein Mensch sich in seiner Gegenwart zum Kopfschüt­teln entschließen wollte.

Ich meines Orts hatte, bis zu dem Augen­blicke, wo das Portrait'fertig hieß, immer einige Hoffnung auf Ähnlichkeit gehabt, daran aber, wie ich nun merkte, nicht allzuwohl ge- than.

,,Sie haben also den Fürsten auch ge­wählt !" fragte ich, als sich die Hausleute wieder verlaufen hatten-

//Ihn selber nicht!" war seine Antwort- Also seine Gemahlin» ?"

Auch dazu ist mir das Glück nicht gün­stig genug gewesen!" antwortete er mit Künst­lerstolz.