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Sechstes Kapitel.

Andem ich den Stuhl zurückschob, um meinen Brief zur weitern Beförderung hinauszugeben, fiel das Portrait um, welches im Winkel stand. Der Umstand half mir zu einer neuen Idee, ich machte den Brief noch einmahl auf und setzte hinzu, daß ich meiner Braut zugleich mein Bild- niß mitschicke. ,, Die falschen Linien dieses Ge­sichts, die starren Augen, das lasterhafte Ko­lorit, und die steife Frisur" sagte ich trium- phirend zu mir selbst, ,, sollen ihre philosophi­sche Gleichgültigkeit schon ein wenig in Verle­genheit setzen. "

Und" fügte ich beym Einpacken des Bil­des selbstgefällig hinzu,es ist immer besser, wenn das Urbild eine Täuschung von dieser Art zerstört, als wenn ein schönes Portrait der Vor­läufer eines häßlichen Originals wäre, wie es bey fürstlichen Vermahlungen zuweilen Sitte seyn soll. "

Im Ganzen, muß ich gestehen, hatte ich nicht grade einen unüberwindlichen Trieb, meine Philosophie kennen zu lernen. Denn wenn ich mir diese Philosophie als blos erkünstelt vor- srellte, so war mir's nicht recht, und wenn ich sie als natürlich dachte, ebenfalls nicht. Die