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Vor ihr stand ein Mönch in der Ordenstracht der Jesuiten. Er war noch ziemlich jung, mit fein geschnittenen Zügen und mit Augen, die bald listig blitzten, bald sehr unschuldig d'rein schauen konnten, wie denn auch der junge Mann die Züge seines Gesichts in solcher Gewalt hatte, daß er den um seinen Mund lagernden Zug der Sinn­lichkeit wenn auch nicht ganz verwischen, so doch bedeutend mildern konnte, so daß derselbe minder auffällig erschien, als es sonst wohl der Fall sein mochte. Der Priorin gegenüber schien es der Jesuit indeß nicht für nöthig zu halten, besondere Wachsamkeit über sich auszuüben und seine Verstellungskunst zu erproben.

Du kommst also von Deiner Reise zurück, Bruder Ignatius?" sagte die Priorin.Hoffentlich hast Du Deine Aufgaben gelöst!"

Ehrwürdige Domina," entgegnete der Jesuit,die Lösung der it)in gewordenen Aufgaben muß stets das erste Ziel eines Mitgliedes der Gesellschaft Jesu sein, er muß dafür selbst sein Leben einzusetzen verstehen, und ich denke, daß ich kein minder pflichttreues Mitglied des Ordens bin als meine Brüder, wenn vielleicht auch ein weniger geübtes als jene; man muß sich da in Demuth bescheiden und mit den ihm vom Himmel verliehenen Fähigkeiten zum Heile der allein seligmachenden Kirche wuchern nach besten Kräften."

Der Jesuit schlug dabei fromm die Augen nieder, konnte sich aber doch nicht enthalten, einen raschen, lauernden Seitenblick auf die Domina zu werfen, um zu beobachten, welchen Eindruck wohl diese Rede auf dieselbe gemacht habe.

Die Priorin blieb ernst.

Wir sind Alle davon überzeugt," sagte sie dann.

Mit aller Kraft nrüssen wir arbeiten und Alles daran setzen, unsere Mission zu erfüllen," fuhr der Jefuit fort,und doch haben wir eigentlich nichts, als nur anvertrautes, fremdes Eigenthum, welches der Herr desselben jeden Augenblick zurücknehmen kann. Wir gehören mit Leib und Leben dem heiligen Orden Jesu an, der Orden ist Eigenthum Gottes, der heiligen Jungfrau und deren ein­geborenen Sohnes Jesu Christi, wir sind nur die Werkzeuge derselben und müssen willig thun, was sie befehlen. Ich hoffe auch Deinem Kloster nützlich gewesen zu sein, denn der Graf Golchowsky wird seine Nichte Deiner Obhut übergeben und dieses wird nicht ohne be­deutenden Vortheil für das KlosterUnserer lieben Frauen vom Berge