Achtzehntes Kapitel.

Johannes Bedrängniß.

Johann Kotowsky hatte die für ihn freudige Entdeckung gemacht, daß feine Wunden, durch verräterischen Meuchlerdolch ihm beige­bracht, nicht fonderlich bedeutend waren; bloß das Fleifch war ge­troffen, kein bedeutendes Gefäß verletzt und er meinte, der Mörder, welcher ihn auf solche Weife überfallen, müsse in seinem Handwerke noch sehr wenig Geschick erworben haben, denn sonst müßten seine Wunden bedeutender sein.

Er fragte sich aber auch wieverholt, wer wohl der sei, welcher ihm mit so bösem Vorhaben in den Weg getreten, und er sann nacb, wen er hier wohl so beleidigt haben könnte, daß er ihm nach dem Leben trachte? Dann aber kam ihm auch wieder der Gedanke, es könne entweder eine Verwechslung der Person sein, oder eine geheimer Nebenbuhler bei Maria habe ihn belauscht und in seiner Eifersucht den Mordanfall auf ihn unternommen.

Allein wie er auch nachdachte, so wollte ihm doch von keiner Seite ein Licht aufgehen, denn Maria hatte ja nie etwas gegen ihn geäußert, daß ein Nebenbuhler von ihm existire; er selbst hatte in den Gesellschaften wohl bemerkt, daß einige junge Männer mit vielem Eifer der Gräfin huldigten, aber er kannte die meisten dieser Männer und es war darunter Keiner, dem er hätte einen solchen Streich zu- trauen sollen, wie er ihm gespielt war.

Am dritten Tage fühlte sich Johannes bereits wieder so kräftig, daß er es unternahm, noch einen Besuch bei dem Grafen abzustatten. Er kam zu unglücklicher Stunde, denn der Graf befand sich noch in heftiger Aufregung über die von dem Jesuiten erhaltene Mittheilung und schien den Studenten mit dem entschiedensten Mißtrauen zu be­trachten, er war so zurückhaltend, so abweisend, daß Johannes schon