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hüte Dich, denn es giebt noch Mehrere, die am Anklagen Gefallen finden, wenn auch vielleicht keine von ihnen so gefährlich ist, wie eben die schleichende Crescentia."

Dann klagte sie mit leiser Stimme wieder über das Klosterleben, welches ihr keine Befriedigung gewährte; Barbara stimmte in diese Klagen mit ein und fragte endlich, wie es denn komme, daß sie, die doch auch so wenig Neigung zum Klosterleben zeige, doch dasselbe er­wählt habe?

Erwählt?" entgegnete da Iosepha voll Bitterkeit.Ach, es war nicht meine Wahl, es war Zwang, und ich habe mich von dem ersten Augenblicke an hier nur als eine Gefangene betrachtet."

Sie erzählte dann der neugewonnenen Freundin ihre Geschichte, welche ziemlich einfach und doch abenteuerlich war. Iosepha war die Tochter eines Verwaltungsbeamten auf den Gütern eines reichen Grafen, der nur einen Sohn und eine Tochter besaß, Letztere in gleichem Alter mit Iosepha. Iosepha hatte die Gunst der Herrschaft erworben und sie war als Gespielin der jungen Gräfin Maria in das Schloß ausgenommen und dort mit erzogen worden. Sie war dort als Jungfrau aufgeblüht, an Geistesgaben wie an Reizen des Körpers der gräflichen Tochter weit überlegen, die, mit jedem Tage neidischer auf diese Vorzüge der Gespielin werdend, es sich nun mehr und mehr angelegen sein ließ, der Gespielin es empfinden zu lassen, daß sie nur die Dienerin und aus Gnade in dem Schlosse aus­genommen sei, während sie selbst die Herrin wäre. Iosepha fühlte sich unter den zunehmenden kleinlichen Peinigungen der jungen, stolzen Gräfin oft recht unglücklich, aber es blieb ihr nichts übrig, als die­selben zu ertragen.

Noch etwas gab es, was sie im Schlosse festhielt, dieses war der junge Graf Stanislaus, seiner Schwester in allen Stücken un­ähnlich. Er war einige Jahre älter als Iosepha. auch er war in früherer Zeit ihr Gespiele gewesen, und so hatte sich unbewußt eine tiefere Neigung zwischen Beiden entwickelt. Iosepha verehrte den schönen und liebenswürdigen Grafen Stanislaus wie einen Halbgott und neigte sich willig vor ihm; wegen ihm ertrug sie mit Geduld die Quälereien seiner verzogenen Schwester, gegen welche er sie übrigens manches Mal sehr entschieden in Schutz nahm, und Iosepha wußte ihm dafür den lebhaftesten Dank. Stanislaus hingegen