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sich alles Andere schon geben, die Aufwallung der Leidenschaft werde schwinden und Alles wieder in das alte Gleis kommen.

Hierin aber irrte sich der erfahrene Mann doch bedeutend, denn kaum hatte Stanislaus den Aufenthalt der Geliebten auskundschaftet, als er auch schon hinflog, sie zu sehen, zu trösten und zu beruhigeu.

Josepha war auf das Tiefste verletzt durch die ihr widerfahrene Behandlung von Seiten der gräflichen Familie; sie glaubte sich keiner Schuld bewußt zu sein, hatte sie gefehlt, so war es aus Liebe ge­schehen. Konnte ihr dieses als Verbrechen angerechnet werden?

Aber sie hatte auch erfahren, welcher Sturm schon zwischen Stanislaus und seinen Eltern stattgefunden, wie man sie anklage, die Ursache zu sein von dem Zwiespalt in der gräflichen Famile, und mit blutendem Herzen faßte sie den Entschluß, zu zeigen, wie grundlos diese Vorwürfe wären und den Geliebten frei zu geben.

Als Stanislaus nun kam, da sagte sie ihm ihren Entschluß und bat ihn, auch seinerseits zu entsagen, wegen ihr nicht in Unfrieden mit den Eltern zu leben, sondern sich mit ihnen zy versöhnen.

Aber Stanislaus wollte nichts von Entsagung wissen, er klagte Josepha an, sie liebe ihn nicht, da sie solches von ihm verlange, be­theuerte, er könne ohne sie nicht leben und sprach seine feste Ueber- zeugung aus, wenn nur der erste Sturm vorüber sei und die Eltern seinen unabänderlichen, durch nichts zu erschütternden Entschluß sähen, so würden sie der Erfüllung seiner Wünsche sich nicht mehr widersetzen.

Josepha ließ sich gern überzeugen, denn Stanislaus sprach ja nur das aus, was sie im Geheimen innig wünschte. So hoffte auch sie und versprach, geduldig zu harren, bis der ersehnte Zeitpunkt er­schienen sei.

Oft kam nun Stanislaus, ohne sich von der Entfernung schrecken zu lassen; gewöhnlich erschien er unter Verkleidung und dann brachten die Liebenden viele Stunden zu, klagend und hoffend, dann wieder Alles vergessend in traulicher Unterhaltung.

Und sie vergaßen auch wirklich Alles. Nach wenigen Monaten mußte Josepha schamglühend dem Geliebten entdecken, daß sie zu weit gegangen, daß sie zu vertraut gewesen und ihr Umgang nun Fol­gen habe.

Stanislaus war bestüzt, aber nicht aus der Fassung gebracht, er sprach: