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na, den habe ich mein Lebtage noch nicht gesehen. Was sollte ein vornehmer Herr auch hier suchen!"

Bei dieser Aussage der scheinbar sehr redseligen Frau ward Iosepha bestürzt. Was sollte dieses bedeuten?

Man sagte mir doch, Graf Stanislaus erwarte mich hier," sagte sie rasch.Dann mühte er doch schon da sein."

Na, nur Geduld, da wird er schon kommen!" tröstete Milla.

Wo bin ich denn eigentlich?" fragte Iosepha weiter.

Milla!" rief in diesem Augenblicke eine barsche Stimme durch die Thüre.

Die Frau fuhr zusammen, und die Laterne zurücklassend, ging sie rasch davon.

Iosepha hörte draußen Fußtritte und zankende Stimmen, konnte aber nichts verstehen; dann ward es wieder still, nur von unten ver­nahm sie wieder Sprechen, allein dumpf, in unbestimmten Tönen; ein Wort unterschied sie nicht, so sehr sie auch ihr Ohr anstrengte. Wie gern hätte sie aber nur einige Worte vernommen, um aus den­selben schließen zu können, ob man von ihr spreche, ob sie vielleicht enträthseln könnte, was dieses Alles bedeuten solle.

Es ward Heller, Iosepha löschte die Laterne aus und setzte sich auf einen Stuhl an das Fenster, von wo sie hinaus auf den Hof schaute.

Dieser Anblick war trostlos und sie begriff sehr wohl, wie es kommen könne, daß Niemand von der Herrschaft sich auf diesem ein­samen Sitze blicken lasse, denn es konnte derselbe nichts bieten von allen den Annehmlichkeiten des Lebens, welche das stolze Grafen­geschlecht auf seinen anderen Besitzungen zu finden gewohnt war. Die Gebäude trugen die deutlichsten Spuren von gänzlicher Vernachlässig­ung, diese zeigten sich bei Tageshelle noch mehr, als im Morgen­grauen. Auch die Umgebung war offenbar dem Ganzen entsprechend, so viel Iosepha von ihrem Fenster aus erkennen konnte. Einige alte, hohe Linden beschatteten die Gebäude und darüber hinaus ragten schwarze Tannen. Alles gab ein Bild vollkommener Oede.

Endlich kam einiges Leben auf den Hof. Ein alter, träger Knecht erschien, schleuderte nach einem Stallgebäude und führte ein Paar magere, schmuzige Gäule heraus, die er an einen Leiterwagen spannte und mit demselben dann fortfuhr. Auch eine zerlumpte Magd