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Kotowsky hatte auch gerüchtsweise erfahren, in dem gräflichen, Hause sei der Plan entworfen, Maria in ein Kloster unterzubringen, und daß dabei geheime Absichten eigennütziger Art im Spiele wären. Desto mehr war es da Kotowsky als Pflicht erschienen, diesem Plane, den er einen unsinnigen nannte, entgegenzuwirken.
Vor der Abreise hatte Kotowsky mit Maria noch eine Zusain- menkunft gehabt und diese war entscheidend gewesen, denn sie hatten sich gegenseitig ihre Liebe offen gestanden und das Bündniß geschlossen, dann waren sie beständig in brieflichem Verkehr geblieben, der von Seiten Maria's freilich geheim geführt werden mußte.
Jetzt war Johannes, von Sehnsucht getrieben, wieder zurückgekehrt, um Maria zu sehen, eine Familienangelegenheit in der Gegend mußte den Vorwand geben. Er hatte einen Besuch bei dem Grafen gemacht und der Empfang war ganz der frühere gewesen.
Jetzt sprach Johannes von der Sehnsucht, die ihn stets beherrscht, während er von Maria entfernt gewesen, er hatte nach ihrem Anblick förmlich gedürstet und keine Ruhe gefunden, bis ihm es möglich ge- geworden, wieder hierher zu eilen.
Auch Maria hatte sich oft nach Kotowsky gesehnt, sie sagte, wie sie so manche Stunde einsam gesessen, an den fernen Freund denkend und auf den Flügeln des Windes ihm ihrer heißen Liebe Grüße zusendend. Die Gedanken an Johannes waren auch die liebste Beschäftigung gewesen, welcher Maria in ihrer Einsamkeit nachhing.
„Einsam war ich ja überhaupt genug," sagte Maria in leise klagendem Tone, „denn mehr und mehr sucht man mich von den Menschen und der Gesellschaft zu entfernen, mich von der Welt abzuschneiden."
„Also wirkt man immer noch für jene unsinnige Idee, Dich dem Kloster zu übergeben?" fragte Kotowsky in zürnendem Tone.
„Ich muß es wohl glauben," antwortete Maria, „wenn man es auch nicht immer mit deutlichen Worten ausspricht. Man sucht wohl darauf hinzuwirken, indem man mich durch Entfernung von der Welt derselben entfremden und an die Einsamkeit gewöhnen will; man umgiebt mich mit Büchern, Gebete und Betrachtungen enthaltend, die wenigstens nicht alle meinem Sinne zusagend sind, mir vielmehr oft den Geist verdumpfend, ja ertödtend erscheinen. Meine Anschauung von der Gottheit und der Religion ist da eine heitere

