selbst in Deinem Thun und Lassen, Deinem Denken und Wollen, und dann frage Dich selbst, ob Du auf solchem Wege das Himmel­reich erlangen kannst, was Du immer auf den Lippen führst, nach dem Du so lüstern bist, weil Du wohl denkst, Du würdest im Him­mel mit Gleichgesinnten bei einer Tasse Kaffee die Gemeinde der Heiligen beklatschen und auch versuchen können, sie durch Deine frommen Ergüsse noch seliger zu machen als sie schon sind. Pah, ich kann solche Missionärinnen nicht anders nennen, als die Rekruten- werberinnen für die ohnehin schon zu zahlreiche Armee der Schein­heiligen, der Heuchler und der Verdummten!"

Beruhige Dich," entgegnete Maria,denn Du kannst überzeugt sein, ich lasse mich nicht zu dieser Armee anwerben."

Man wird es aber gewiß an Mühe nicht fehlen lassen, es so weit noch zu bringen," grollte Johannes.Wie verhalt sich Dein Oheim?"

Wie sonst," entgegnete Maria,er scheint immer noch unent­schlossen, ob er mich dem Kloster überliefern soll oder nicht. Bis­weilen spricht er so, daß es durchklingt, es sei ihm auch recht, wenn ich nicht einen solchen Schritt unternähme, dann wieder ergeht er sich eines Langen und Breiten über die großen Vortbeile. welche mir das Kloster böte. Er sagt: in der Welt könnte ich wegen zu ge­ringem Vermögen doch keine so große Nolle spielen, aber im Kloster sei es etwas Anderes, da würde meine Geburt, meine Verwandtschaft, einflußreiche Protection für mich arbeiten und ich würde nach nicht langen Jahren hohe kirchliche Ehrenstellen bekleiden, an der Spitze eines Klosters stehen und dann eine einflußreiche Person sein. Wenn ich dann sage, daß ich nicht nach solchen Ehren geize, sondern recht gern darauf verzichte, indem mein Sinn eine dem Klosterleben ganz entgegengesetzte Richtung nähme, so zuckt er die Achseln und schweigt. Er kann meinen Gründen nicht Unrecht geben, aber gleichwohl fängt er bei nächster Gelegenheit wieder von diesen Sachen an und sucht meinen Ehrgeiz aufzustacheln."

Das ist eine gewöhnliche Manier, wenn man Jemanden zu einem Schritte bewegen will, zu dem er keine Neigung hat," sagte Kotowsky.Man faßt ihn dann bei der Ehrbegierde, die in jedes Menschen Brust liegt. Aber, Maria, glaubst Du nicht auch, daß