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zu schützen, zu fördern und zu kräftigen; es sei dieses den Regierun- gen als eine Pflicht der Selbsterhaltung sogar geboten, denn noch immer habe man gesehen, daß Machthaber, die sich als Feinde der Kirche gezeigt und zu deren Nachtheile gearbeitet, in ihrer Machtstellung, bald erschüttert und zuletzt selbst gestürzt worden seien, während im Gegentheil die Freunde und Förderer der Kirche ihre Macht nur befestigt und sich eines glücklichen Lebens erneut, einmal in dem Bewußtsein, daß sie zum Besten der heiligen Mutter, der Kirche, gearbeitet und dadurch sich der Gnade des Himmels würdig gemacht, und dann, weil sie sich auf der Höhe glänzender Macht befunden. Im Fortschreiten seiner Auseinandersetzungen ging der Pater schlau darauf über, daß Jeder, dem das Wohl des Staates am Herzen liege, auch die Verpflichtung habe, für die Kräftigung der Kirche zu arbeiten, denn die Macht der Kirche sei des Staates Wohl, das Wohl des Staates sei auch das Glück jedes Einzelnen, der in dem Staate lebe, und arbeite dennoch der Einzele für das Wohl des Ganzen — hier für das Wohl der Kirche — so arbeite er auch zugleich mit für sein eigenes Glück.
Golchowsky gab zu, daß diese Ansichten richtig sein könnten, doch müsse man Maß halten in Allem und so dürfe auch die Macht der Kirche nicht ihr bestimmtes Maß überschreiten.
„O," siel ihm Ignatius eifrig in's Wort, „die Kirche überschreitet nie ihr Maß. — Glauben Sie nicht, lieber Graf, daß die Macht des Himmels unendlich ist und demnach ihm auch nirgends ein Maß und Ziel gesetzt ist, wo diese Macht enden müßte?"
„Ich glaube dieses allerdings," erwiderte der Graf.
„Also," sprach der Jesuit weiter, „ist des Himmels Macht nicht in einen bestimmten Kreis eingeschlossen, sondern waltet in der Unendlichkeit fort; so auch die Kirche, sie ist die Stellvertreterin des Himmels auf der Erde, und so wie des Himmels Macht keine Grenzen kennt, so kennt auch der Kirche Macht auf der Erde keine, und es ist deshalb ganz unmöglich, daß sie ein Maß überschreiten könnte, denn — es ist ihr ja keines bestimmt."
Der Graf schüttelte bei dieser Auslegung des Jesuiten leise den Kopf, was sagen zu wollen schien, er sei nicht so ganz mit dessen Ansichten einverstanden, und äußerte etwas von menschlichen Rechten,

