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„Sie haben vor nicht langer Zeit Briefe von Rcmorino, von Poto.y und Mieroslawsky erbalten," sprach der Jesuit weiter. „Es wird in Aussicht gestellt, daß in Posen eine Erhebung versucht wird, die sich dann auch über Russisch-Polen ausdehnen soll."
„Teufel!" fuhr der Graf wild auf, „woher wissen Sie das?"
„Ich weiß das," sagte Ignatius, „und auch noch Andere wissen das und haben zum Beweise sogar Briefe aufzuzeigen, unter Anderen einen, in welchem der Dank für eine übersandte Summe von fünfhundert Imperials ausgesprochen wird; — Liese Summe floß aus der Hand des Grafen Golchowsky!"
Golchowsky sprang auf.
„Hier ist Derrath im Spiele!" rief er wüthend. „Mensch, woher weißt Du dieses? — Gestehe, oder ich erwürge Dich!"
„Nur nicht so hitzig, lieber Graf," cntgegnete der Pater mit ruhigem Lächeln. „Ich weiß es, und wie ich schon sagte, wissen cs auch Andere und haben sogar Briefe- als Beweise, und für diese Briefe würden die russischen Behörden gewiß eine gute Belohnung geben, jedoch Dem, an welchen sie gerichtet waren, einen Aufenthalt in Sibirien und seinem Vermögen einen Platz in den kaiserlichen Staatskassen anweisen. Sie kennen die Wörter Eonsiscation und Verbannung."
„Leider, leider!"
„Und Sie wissen daher auch, was aus einer Anzeige bei den Behörden erfolgen würde?"
„Mir schaudert, wenn ich daran denke!"
Graf Golchowsky sank auf seinen Sessel zurück und schlug die Hände vor das Gesicht; er war in diesem Augenblicke wie gebrochen.
„Sie sehen. Herr Graf." sagte Ignatius, „das böse Bewußtsein ist ein schlimmes Ding und Untreue rächt sich."
Golchowsky stöhnte leise.
Mit erhöhter Stimme fuhr Ignatius fort:
„Sie waren untreu gegen Ihre Nichte, gegen den Kaiser, und wollen es nun auch Ihrem Worte werden; da können Sie vielleicht Gelegenheit geboten erhalten, über diese Sachen in Sibirien nach- zndenken."
Golchowskv fühlte sich vom Schauder geschüttelt.
„Sibirien!" murmelte er zwischen den Zähnen.
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