„Ihre Hand darauf, Graf!" rief Ignatius und hielt dem Grafen seine Hand hin. Einen Moment zögerte der Graf noch, dann aber schlug er in des Jesuiten Hand.
Maria's Schicksal war durch diesen Handschlag besiegelt.
Ignatius war zufrieden gestellt, er hielt noch eine kurze Unterredung mit dem Grafen und entfernte sich dann mit dem Hochgefühl des Sieges. Er begab sich zur Gräfin Isidora, ihr den günstigen Erfolg seiner Bemühungen in ihrem Interesse — wie er vorgab — mitzutheilen und den Lohn dafür in ihren Armen in Empfang zu nehmen.
Golchowsky schaute dem Pater mit zornigen Augen nach und ein dumpfer Fluch rang sich von seinen Lippen.
„In welche Satans-Hände bin ich da gegeben?" grollte er dann. „Wie erfuhr man Alles? — Hier muß Verrath sein, höllischer Verrath!"
Von einem plötzlichen Gedanken erfaßt, eilte Golchowsky an seinen Schreibtisch, riß ein geheimes Fach auf und wühlte in den darin liegenden Papieren.
Je mehr er auch suchte und suchte, ein Paar der Briete und Papiere fehlten, und er konnte nicht anders denken, als daß sie aus dem Fache genommen waren, und doch wußte er, daß er seinen Schreibtisch stets sorgsam verschlossen gehalten, daß auch wohl Niemand von dem Dasein dieses geheimen Faches etwas wußte, als er und der Tischler, welcher den Tisch gemacht hatte.
„Hier liegt teuflischer Verrath vor," rief er. „Hier trieb man Diebstahl! — Aber wo ist der Dieb!"
Wie Golchowsky auch sann, er konnte doch nicht ergründen, wer die Person gewesen, die solchen Verrath an ihm begangen hatte.
„O," seufzte er dann, „weshalb habe ich diese unseligen Papiere aufbewahrt, auf daß sie Zeugniß gegen mich ablegen? — Hätte ich sie doch gleich vernichtet. — In das Feuer mit ihnen."
Golchowsky raffte sie zusammen und eilte mit ihnen an den Kamin, wo ein Feuer loderte. Er warf die Papiere in die Flamme, und diese flackerte hoch auf, die ihr gebotene Beute gierig verzehrend.
Aber Golchowsky fühlte sich doch nicht viel ruhiger als vorher, er murmelte: „Zu spät, hätte ich es eher gethan!"
Muthlos sank er auf seinen Sessel und starrte in die Flamme.

