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Miene, daß es ihm ganz so scheine, als sei diese Verirrung bei Nacht auf ganz besondere Art zugegangen und habe seine bestimmten Gründe, was ihm um so einleuchtender sei, als er aus dem ganzen Aeußeren des Verirrten den Schluß ziehen könne, derselbe sei wohl ein Student, und wenn ein Student auf solche Weise, fern von der Universität, sich in einem Walde verlaufe, so habe das auch seine Ursachen, und oft eben so bedeutende als bedenkliche.

Kotowsky erröthete bei diesen Worten des Waidmanns, dessen Scharfblick er übrigens bewunderte, denn er hatte in der That nicht geglaubt, daß man ihm den Studenten so leicht ansehen könne, und noch weniger war es ihm in den Sinn gekommen, daß man bei seinem Anblicke so leicht Verdacht schöpfen würde, er habe irgend ein Vergehen auf sich geladen und sei deshalb flüchtig geworden.

Er sah aber auch, daß diesem Manne gegenüber kein Ableugnen nützen werde, so wenig Zutrauen er auch zu demselben fassen konnte, da in dessen Augen etwas lag, was ihn abstieß. Schnell entschlossen sagte er daher:

Ich will Dir es nicht leugnen, daß Du Recht hast, wenn Du aber ein ehrlicher Sohn Polens bist, so wirst Du einen verfolgten Landsmann nicht seinen Feinden verrathen."

Hatte ich doch die rechte Fährte!" rief der Waidmann und fügte dann hinzu:Wer. zum Satan, spricht davon, daß ich kein guter Pole sei und Jemanden verrathen könnte? Wer verfolgt Dich?"

Die Russen!" antwortete Kotowsky.

Dieses Wort brachte auf den Waidmann eigenthümliche Wirk­ung hervor, erst maß er nochmals den Studenten mit forschenden Blicken, dann setzte er vorläufig den Hahn seiner Büchse in Ruhe und lehnte dieselbe mit aller Gelassenheit an den Baumstamm, hinter dem er vorhin gestanden, während ein eigenthümliches Lächeln über sein Gesicht zuckte.

Diese Bewegung des Waidmanns bewog Kotowsky, seinerseits gleichfalls die Hand zurückzuziehen, die er bisher an dem Kolben der Pistole gehabt hatte. Er fühlte sich jetzt eben wieder ganz sicher.

Des Mannes Lächeln nahm jetzt einen zornigen Ausdruck an und er fragte:

Nun, Bursche, weshalb verfolgen Dich die Russen?"

Ich weiß es wahrhaftig nicht," entgegnete der Student.