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nähern und ihre Dankbarkeit gegen seine „Liebe und Aufopferung" für sich zu gewinnen. Hatte er doch auf seiner Reise nach Krakau schon die Pläne darüber entworfen, wie er verfahren wolle, was er ihr Alles zu sagen habe, um gewiß zu sein, sie werde nun seine Wünsche im ganzen Umfange erfüllen. Der Entführer hatte um - jeden Preis fallen sollen, sei es nun auf diese oder jene Art; war er gefallen und stand Maria nun schutzlos da, dann erst hätte er sich ihr nähern wollen, auf den Lippen seine Verzeihung, daß sie ihn also hintergangen, und süße Tröstungen und Liebesworte, bestimmt, ihr Herz für ihn einzunehmen und sie zu veranlassen, sich ihm ganz zu ergeben. Dann — so war sein Plan gewesen — konnte er auch darauf denken, Maria's Vermögen von deren Onkel einzufordern, und zwar mit Erfolg, da er ja in die Geheimnisse eingeweiht war. für deren Bewahrung Golchowsky Alles hingegeben haben würde, da eben diese Bewahrung eine Lebensfrage für ihn war. Und nun war dieser ganze wohldurchdachte Plan durch ein Wort des Priors durchkreuzt, er ließ sich nicht ausführen. — Ward Maria aufgefunden, so brachte man sie in das Kloster und dieses nahm dann das Vermögen in Anspruch. Hätte Florian dann vielleicht auch Mittel und Wege genug finden können, sie aus dem Kloster zu befreien, so war sie doch für ihre Person ganz mittellos und deshalb für ihn ohne Werth. Sie sollte ihm ja nur die Mittel bieten, ein glänzendes, genußreiches Leben zu führen.
Alle diese Gedanken jagten sich blitzschnell durch Florian's Hirn; er wollte im ersten Augenblicke Protest gegen des Priors Ausspruch erheben. Scheingründe Vorbringen, die darlegen sollten, daß eben er am geeignetsten sein dürfte, der entflohenen Himmelsbraut nachzuspüren, daß er hoffe, eher als ein Anderer auf deren Spur zu kommen. Allein er durfte ja keinen Widerspruch erheben, die strengen Ordensregeln untersagten dieses; auch wußte er vorher, daß der Prior unverrückt bei seinem Ausspruche verharren werde und er sich höchstens neue Verweise, wo nicht gar verstärkre Bußübungen „zur Brechung feinet widerspenstigen Sinnes" — wie es in der Klostersprache heißt — zuziehen würde. Also blieb ihm nichts übrig, als sich zu fügen. Er neigte sich scheinbar demüthig vor dem Vorgesetzten und entfernte sich dann, im Stillen mit den Zähnen knirschend und im Herzen den Prior, der alle seine Entwürfe vereitelte, verfluchend. Doch hoffte er.

