Jetzt schlug es wieder; Florian zählte zehn Schläge und ein Schauder schüttelte seinen Körper, denn er dachte nicht anders, als es müsse schon der Morgen anbrechen und doch hatte er noch so viele endlose Nachtstunden vor sich. Da knirschte er wieder mit den Zähnen und flüsterte-.Die Pest über Ignatius! Die Pest über Maria und die zehnfache Pest über den verfluchten Studenten. Das sind meine bösen Dämone! Hätte ich jenes Weib nie gesehen! O, von den Weibern kommt alles Nebel her und doch sind sie so schön, so schön, daß man von ihnen nicht lassen kann! Aber die Pest über sie."

Da klangen Schritte vor der Thüre des Kerkers. Florian horchte auf und seine Hoffnung, daß man komme, ihm den Kerker zu öffnen, bewährte sich in so weit, als wirklich die Thüre aufging und wieder zwei Paters eintraten, die ihn aufforderten, ihnen zu folgen, aber jede Frage, die er an sie stellte, einfach abweisend beantworteten und ibn endlich bemerklich machten, daß er nach der Ordensregel zu schweigen und zu warten habe.

Somit blieb dem Betroffenen wieder nichts übrig, als zu schwei­gen und zu folgen.

Bei dem Schimmer einer Laterne wurde Florian nicht, wie er erwartete, in seine Zelle zurückgeführt, sondern ln einen Seitenflügel des Gebäudes, wo sich vor ihm eine Thüre öffnete, die in eine Art Vorgemach führte, das bei seiner matten Beleuchtung eben keinen erfreulichen Eindruck auf ihn machte.

Der eine Pater, welcher ihn mit hierher begleitet, öffnete eine zweite Thüre und verschwand hinter derselben, während der andere mit Florian zurückblieb. Man hörte hinter der Thüre mehrere Stimmen sprechen und Florian sah seinen Begleiter fragend an; er wollte ihm einige Aufklärung über das, was nun kommen könne, aus den Augen ablesen, allein Jener schaute so starr und ernst darein, daß der Gefangene nicht erkennen konnte, ob er Befürchtungen sich hingeben oder Hoffnungen hegen solle.

Es blieb ihm auch nicht lange Zeit zu Beobachtungen; der erste Pater kam wieder, ließ die Thüre offen und befahl Florian, ein­zutreten.

Florian gehorchte, er trat ein und die Thüre schloß sich hinter ihm. Er stutzte bei dem Anblicke, der sich ihm nun bot.