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„In der That, nein," antwortete Conftantin, „ich halte es nicht für unmöglich. Es kann sich in einem Kloster oft mehr begeben, als man ahnt und es mag dann für die Außenwelt schwer genug zu enträthseln sein, oft wohl gar nicht, eben weil der Außenwelt der freie Eintritt und freie Einblick in dieses Wesen und Treiben gänzlich verwehrt oder doch ungeheuer schwer gemacht ist. Es wird da nichts bekannt, denn die Geistlichen von anderen Orden, welche das andere Kloster besuchen und da vielleicht Dieses oder Jenes sehen, werden nichts davon verlauten lassen, da eine Krähe die andere nur dann hackt, wenn cs sich um eine besonders delicate Mahlzeit handelt."
„Um eine solche mag es sich wohl auch hier handeln," bemerkte Barbara, „denn man weiß, daß die Klöster ihren Gliedern zwar die Armuth auferlegen, aber doch sucht das Kloster selbst seine irdischen Güter nach Möglichkeit zu vermehren. Habe ich doch auch meinen Brautschaß einbringen müssen."
Barbara sagte dieses Letztere mit einem leisen Seufzer und fuhr nach kurzer Pause fort: „Mag dieser Brautschatz, der ein kleines Vermögen bei bescheidenen Ansprüchen bildet, immerhin verloren sein, wenn ich nur nicht selbst in diesem Kloster verloren wäre. Es wird wohl da so manche meiner Mitschwestern gleich mir denken."
„Gewiß," bestätigte Constantin.
„Doch wieder auf die Golchowska zu kommen," fuhr Barbara nach kurzem Sinnen fort. „Mir ist Einiges auffallend. Es ist seit der Zeit ungefähr, wo Dein Abenteuer passirte, eine Novizin im Kloster, die sich ganz besonderer Aufmerksamkeit der Priorin, der Novizenmeisterin und einigen der ältesten Schwestern zu erfreuen oder sie — zu erdulden hat. Sie wird nach meiner Ansicht als eine Art Gefangene gehalten, aber doch so, daß sie es nicht bemerken soll, daß sie diese ist. Man hindert selbst ihr Zusammensein mit der Mehrzahl der Schwestern und so habe ich sie selbst noch nicht zu sprechen Gelegenheit gehabt. Mag dies sich nun verhalten wie es will, auffallend ist es mir und bringt mich auf den Gedanken, daß die Novize nun eben die Gräfin Golchowska sein könnte."
„Ha, wäre es möglich!" fuhr Constantin auf.
„Die Novize ist schon, jung, aber bleich, sehr traurig und weint viel, damit ist sie mißtrauisch gegen Alle, sie hält sich zurückgezogen und wie mir es scheint, betrachtet sie alle ihre Umgebung ohne Aus-

