Vierzigstes Kapitel.

Der Prior und der Jesuit.

Prior Klugier saß in seinem Gemache am Arbeitstische und schrieb eifrig. Er war eben beschäftigt, die letzte Hand an das Gesuch wegen der Lösung des Gelübdes der Karmeliterin Barbara Ubryk zu legen, welches, unterstützt von einigen wichtigen Documenten, in ein paar Tagen nach Rom abgehen sollte. Die Zeit drängte, denn in einigen Tagen wollte Klugier eine größere Dienstreise antreten, die ihn möglicher Weise einige Monate von Krakau fern hielt, und diese Zeit wollte er nicht fruchtlos für die Unglückliche vorübergehen lassen.

Wir wollen hoffen, daß Alles gut geht," sagte der Prior vor sich hin.Man wird in Rom weniger Bedenken gegen diese Ange­legenheit haben als hier, wo nicht nur jede Unterstützung mir ver­weigert, sondern, wie mir es scheint, man mir sogar Hindernisse in den Weg zu legen sucht. Allerdings habe ich hier meine Gegner, denen ich vielleicht selbst unbequem bin, weil ich mich nicht mit ihren Grundsätzen und ihrem ganzen Treiben einverstanden erklären kann und die vielleicht von meiner Seite nicht nur Durchkreuzung ihrer Pläne, sondern selbst Enthüllungen fürchten mögen. Aber ich werde meinen Weg verfolgen,, und Enthüllungen? Was nützten sie, da sie doch ganz ohne Erfolg bleiben würden."

Klugier's Gedankengang wurde durch den Eintritt eines Mannes in Iesuitenkleidung unterbrochen. Es war Pater Ignatius, welcher kam, mit dem Prior über einige geistliche Geschäfte zu sprechen, wobei auch des Karmeliterinnenklosters auf der Wassola Erwähnung geschah. Dieses führte nun wieder auf die in demselben lebenden Nonnen und sehr geschickt wußte Ignatius auch Varbara's zu erwähnen. Klugier sprach sich voll Theilnahme über die Unglückliche aus und wünschte,