würden sich zunächst die Anklagen richten, daß er durch sein Vor­schreiten dieses Aergerniß herbeigeführt habe, und erleide die Kirche wesentliche Nachtheile dadurch, so werde man die Verantwortung zu­nächst auf ihn wälzen.

Ignatius fuhr weiter fort und sagte, daß dabei noch das Schlimme eintrete, daß, werde Barbara ihren Verwandten zurückgegeben, sie wieder nach dem russischen Polen komme, wo die geistliche Behörde durch die russische Regierung immer mehr in ihrer Machtbefugniß beschränkt werde und nicht mehr mit Aussicht auf Erfolg gegen die Nonne einschreiten könne. Denn bei der der katholischen Kirche feind­lichen Stimmung der russischen Behörden, bei deren Bestreben, aus jede mögliche Art einen beengenden und einschränkenden Druck auf diese Kirche auszuüben, ihre Macht zu schwächen, das Volk von ihr abzuziehen und es zu dem griechischen Glaubensbekenntniß hinüber­zuführen, würde es denselben gewiß sehr willkommen sein, wenn in solchem Falle Dinge geschähen, die geeignet wären, ein nachtheiliges Licht auf die katholischen Kircheneinrichtungen zu werfen, und sie würden sich nicht nur entschieden weigern, irgend wie gegen die Ursache dieses Aergernisses einzuschreiten, sondern unter der Hand dasselbe selbst zu befördern suchen, denn es tauge dann eben ganz in ihren Kram. Ignatius schloß mit einem langen Klageliede über die Bedrückungen, deren die alleinseligmachende katholische Kirche in den russischen, namentlich den russisch-polnischen Provinzen, erleiden müsse und die ganz darauf berechnet seien, die Kirche ihrem Unter­gänge zuzuführen. Es stehe zwar zu hoffen, daß die Kirche aus diesem Kampfe, wie aus so manchem anderen, zuletzt doch noch sieg­reich hervorgehen werde; doch könne man nicht voraus berechnen, bis zu welchem Zeitpunkte es geschähe, und es sei Pflicht jedes einzelnen Mitgliedes der bedrohten Kirche, durch Anwendung aller seiner Kräfte diesen Sieg erleichtern zu helfen und diesen Sieg könne man auch dadurch mit befördern, daß man Alles vermeide, was dem mächtigen Gegner irgend einen neuen Vortheil an die Hand gebe. Also müsse man folgerichtig auch die irrsinnige Nonne im Kloster halten, damit nicht etwa die wahnsinnigen Reden derselben, so sie in Freiheit ge­langt und der Oberaufsicht der Kirche entrückt sei, als neuer Vorwand benutzt werde, um die Kirche aufs Neue zu bedrücken und zu kränken, oder doch Anlaß zu neuen Chikanen zu geben.