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Uhr ist er stets auswärts. Er besucht in diesen Stunden einige Geistliche und Familien der Stadt. Wahrscheinlich ist er schon fort!"
„Also wäre es jetzt Zeit, wollte man ungestört in des Priors Wohnung nachforschen," meinte Ignatius.
Der Karmeliter schaute im ersten Augenblicke überrascht auf; er schien betroffen von dem Verlangen des Jesuiten, in Abwesenheit seines Vorgesetzten in dessen Gemach einzudringen. Aber Ignatius, der dieses sehr wohl bemerkte, wußte die etwa in des Paters Brust auftauchenden Scrupel wegen Verletzung einer Ordensregel schnell zu beseitigen, indem er daraufhindeutete, daß dieses ja unumgänglich nöthig sei, daß es selbst in solchen Umständen als geboten erscheine, sich auf jede mögliche Weise über Das zu unterrichten, was zu wissen nöthig wäre; er schloß mit den Worten: „Bedenke wohl, daß Alles zu größerer Ehre Gottes geschieht und der gute Zweck stets die Mittel heiligt!"
„Ja, Du hast Recht!" rief der leicht überzeugte Karmeliter. „Harre hier, ich werde sehen, ob die Luft rein ist." Er entfernte sich schnell und ließ den Jesuiten allein.
Nach kurzer Zeit kam der Karmeliter zurück und brachte die Nachricht, daß der Prior seinen gewöhnlichen Ausgang gemacht, sein Zimmer zugänglich sei und der die Bedienung bei dem Prior habende Laienbruder bereits von ihm für eine Stunde entfernt sei, er habe ihn mit einem Aufträge in die Stadt geschickt und so könne man eine Stunde ungestört in des Priors Gemache verweilen.
Beide begaben sich auch sogleich dorthin. Der Laienbruder hatte sich entfernt, der Schlüssel zu dem Zimmer Klugier's lag auf der gewöhnlichen Stelle, und ohne Schwierigkeit kamen Beide in das Zimmer. Auf den ersten Blick sah Ignatius, daß das gesuchte Schriftstück, nur von einem Bogen Papier leicht bedeckt, noch auf dem Schreibtische des Priors lag; er sagte dem Karineliter, daß er Sorge tragen möge, daß keine Uebcrraschung stattsindc, und dieser ging, Wache zu halten.
Ignatius setzte sich in den Lehnstuhl des Priors, nahm das Papier hervor und begann mit steigender Aufmerksamkeit zu lesen. Während dieser Lectürc verzerrte sich des Jesuiten Gesicht oft finster, er schüttelte unwillig den Kopf und murmelte einzelne Bemerkungen dazu. Endlich hatte er geendet; er legte das Schreiben wieder an seinen Ort, bedeckte es mit dem Papiere und erhob sich dann. „Wohl

