Künfundvierzigstes Kapilek.

Eine nächtliche Waldscene.

Es war Nacht. Der Wind trieb die dunklen Wolken über den Mond hinweg, so daß dieser ein wechselndes Licht auf die ausgedehnte Waldung goß. welche die Gegend bedeckte. Es waren Kiefern und mächtige Tannen, die hier cmporstrebten und die mit dunklen Nadeln geschmückten Aeste nach allen Seiten bin ausstrcckten, nur wenig unterbrochen von Laubgehölz. dessen Blatter in dem Nachtwinde rauschten und so ihre Stimmen mit dem leisen Knarren der Nadel­hölzer. mit dem munteren Rauschen. Plätschern und Murmeln eines lustig dabin tanzenden Bächleins mischte, dessen User stellenweis von Sumpf eingefaßt wurden, bewachsen mit hohem Schilf, dessen Blätter das eigenthümliche scharfe Geflüster dieser Pflanzengattung verbreiteten. Außer diesem verschiedenartigen Getane vernahm man nichts, als von Zeit zu Zeit den Ruf eines Nachtvogels, der noch einsam die Luft durchstrich. Durch die Waldung zog sich eine ziemlich breite, aber auch sehr schlecht unterhaltene Fahrstraße, deren tiefausgefahrenen Geleise, bloßliegenden Steine, wechselnd mit Löchern, jedem hier pas- sirenden Fuhrwerke schon von vorn herein vorsichtiges und langsames Fahren geboten.

Da, wo diese Straße eine scharfe Biegung machte und ein paar alte Bäume eine mächtige, dicht belaubte Gruppe bildeten, lagerten am Fuße eines der riesigen Stämme mehrere Leute, aber so, das; sie Von der Straße aus nicht gesehen werden konnten, während ihnen selbst der Blick auf die Straße gegönnt war. sowohl nach der einen, wie nach der andern Seite hin. Diese Männer hatten zum Theil sehr wildes Aussehen und waren sämmtlich bewaffnet, so daß man daraus sogleich ihr Handwerk erkennen konnte: entweder waren es Räuber oder Schmuggler, oder auch Beides zusammen.