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mich nur nicht!" Sie krümmte sich zusammen und winselte. Umsonst; mit rauhen Händen ward sie ausgerissen, festgehalten, und Geißelhiebe sielen unbarmherzig auf ihren nackten Körper. Barbara heulte, flehte, bat, aber vergeblich, die Mißhandlung wurde fortgesetzt. Da gerieth die Arme in Wuth, machte verzweiflungsvolle Anstrengungen, sich loszureißen, und überhäufte uns dabei mit Schmähungen. Das zog ihr neue Hiebe zu. Endlich ließ man von ihr ab und Barbara sank wimmernd zur Erde, wir aber gingen."
„Und Du konntest dieses mit ansehen, Helena?" fragte Agnes in vorwurfsvollem Tone.
„Es schnürte mir das Herz zusammen," entgegnete Helena, „aber mußte ich denn nicht? Der Befehl der Oberin, die Vorschrift strengsten Gehorsams. Hätte ich mich geweigert, dem Befehle zu gehorchen, oder hätte ich es gar gewagt, nur ein Wort zu Barbara's Gunsten einzulegen, so wäre ich selbst den Strafen verfallen, denn an diesem Orte ist es ja Verbrechen, Mitleid mit einem Gequälten zu haben; man predigt Liebe und verdammt doch die Ausübung der Nächstenliebe, als sei dieselbe ein großes Verbrechen; man spricht von christlicher Milde und belegt Acußerungen des Mitleids mit harten Strafen. Welch ein Widerspruch! Und man wagt es doch, eine Stätte, wo man so handeln kann, eine heilige zu nennen?"
„Ja, Du hast Recht, Schwester," seufzte Agnes, „es ist das Kloster eher ein Haus des Grauens zu nennen. — Man darf kein Mitleid hier haben! Wie ging es mir? — Vor einem Jahre wagte ich es, bei der Priorin für die Unglückliche zu bitten, und ich sagte: man möge sie menschlicher behandeln, ihr eine bessere Wohnstätte anweisen, als jenes schauerliche Loch, man möge es mit ärztlicher Hilfe versuchen. ■— Aber umsonst! — Mit strengen Worten ward mir verwiesen, daß ich es gewagt habe, zu Gunsten der Unglücklichen zu reden und in meinen Reden sogar Tadel der Maßregeln der Klosterobrigkeit anzubringen, und das Ende war, ich wurde zur strengen Clausur, mit Fasten verbunden, für die Dauer von acht Tagen ver- urtheilt! — Man darf hier kein Mitleid haben!"
„Leider, nein!"
„Unbegreiflich ist cs mir, wie Barbara eine solche Behandlung auszuhalten vermag. — Es ist wahrhaft grausenhaft!"

