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Auch jetzt noch zeigte sich die Pförtnerin widerspenstig; sie erklärte, erst die Erlaubnis der Oberin einholen zu müssen.

Gut," war die Entgegnung;dann aber sagen Sie zugleich, daß, weigert man sich länger uns einzulassen, wir auf Grund der uns zustehenden Amtsbefugnisse, den Eintritt in das Kloster mit Gewalt erzwingen werden, indem wir die Pforte sprengen lassen, und die Verantwortung für die Widersetzlichkeit wird dann in voller Schwere auf das Kloster zurückfallen. Geben Sie dieses der Oberin zu bedenken!"

Solche entschiedene Sprache verfehlte die beabsichtigte Wirkung nicht, die Klosterpforte öffnete sich, und die Commission trat ein in die Räume, von denen die Nonnen zu glauben schienen, sie würden entweiht, wenn der Fuß eines Mannes sie betrete, der nicht das geist­liche Gewand trug. Die Herren kümmerten sich aber sehr wenig um die angebliche Heiligkeit des Ortes; sie verlangten, sofort zu der Priorin des Klosters, Fräulein Maria von Wenzyck, geführt zu werden.

Die hochwürdige Oberin ist krank und kann Niemanden empfangen," war die Antwort.

Dann wird doch die Stellvertreterin der Hochwürdigen gesund genug sein, um uns zu empfangen," gab der Richter zur Antwort.

Aber die Stellvertreterin machte gleichfalls Schwierigkeiten, und es schien ihr der Entschluß, die Herren zu sehen, viel Ueberwindung zu kosten, aber sie ließ sich doch endlich dazu herbei, dem Richter Gehör zu schenken.

Führen Sie mich sogleich zu der Zelle der Nonne Barbara Ubryk!" befahl der Richter in sehr entschiedenem Tone.

Die Wirkung dieser Ansprache war eine vollständige, die Herren bemerkten, wie die Nonne zusammenfuhr, wie ein heftiges Zittern durch ihren Körper ging. Allein sie faßte sich sofort wieder und sie entgegnete:Da es unser Vorgesetzter, der hochwürdige Herr Bischof gestattet, daß Sie das Kloster durchsuchen, so thun sie was sie wollen."

Sofort begann die Durchsuchung. Die Commission ging von Zelle zu Zelle und ließ sich jede Thür öffnen, allein man fand zwar manchen der Räume nicht allzu einladend, besonders nicht die in der Nähe der Küche, wo eine scharfe Mischung von Zwiebeln, Knoblauch und anderen Gerüchen herrschte, allein Verdächtiges schien nicht vor­handen. Einzelne Nonnen unterließen es nicht, gegen das frevelhafte Betreten ihrer Zellen durch Männer auf das Lebhafteste zu protestiren