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bewohnten Zellen eine von den anderen nur durch ein eisernes Gitter vor dem Fenster unterschieden. Hügelin, damit nicht befriedigt, fragte drei Mal den Guardian auf sein Gewissen und im Namen des Kaisers, ob kein anderes Gefängniß im Kloster wäre, und drei Mal antwor­tete er mitNein."Führen Sie uns in die Küche," sagte Hügelin. Und trotz aller Wendungen mußte der Guardian voraus fort. In der Küche wendete sich die Commision sogleich rechts in die Wasch­küche, aus dieser weiter. Die kleine Thüre mußte aufgeschlossen werden. Da schien dem Guardian eine Ohnmacht anzuwandeln. Das Corpus delicti war nun entdeckt, eine Beschreibung desselben wurde in dem Protocoll ausgenommen, worauf einige Laienbrüder die Ge­fangenen in den Speisesaal hinauf führen mußten. Dort blieb die Commision mit den Unglücklichen allein, um sie zu verhören. Dabei ergab sich, daß drei, die Paters Florentianus und Paternus,^und der Laienbruder Nemesianus in völligen Wahnsinn gerathen waren. Da wurde der Löwenwärter gerufen, an ihrer Statt zu antworten. Nach seiner Aussage ergab sich, daß Nemesianus durch die Lehre seines Novizenmeisters: er müsse in allen Menschen Gott ehren und lieben, anfänglich in Schwärmerei, dann in die Thorheit verfiel, zu Hause und auf den Straßen vor jedem Menschen auf die Knie zu fallen und ihn um den Segen zu bitten. Um dieser Thorheit willen war er eingesperrt worden; er saß, 71 Jahre alt, im 50. Jahre. Pater Flo­rentianus hatte nach der Aussage des Löwenwärters ein ungeheures Verbrechen begangen. Er hatte mehrmaliger Beschimpfung wegen seinem Guardian ein paar Ohrfeigen versetzt; jetzt 73 Jahre alt, saß er im 42. Jahre. Pater Paternus ging immer ohne Erlaubniß des Guardians aus dem Kloster, um Besuche zu machen, kam jedoch im­mer zur rechten Zeit nach Hause; dieses willkürliche Auslaufen konnte ihm aber nicht gestattet werden und da er es nicht lassen wollte, wurde er festgesetzt. Von den 56 Jahren seines Alters verlebte er 15 im Gefängnisse. Da die zwei Uebrigen bei vollem Verstände waren, so wurde der Löwenwärter entlassen.

Der Laienbruder Barnabas war seiner Aussage nach Kaufmanns­diener in Wien, hatte sich in seines Principals Tochter verliebt, der ibm das Mädchen verweigerte; der Verliebte wurde aus Verzweiflung Capuziner. Während des Probejahrs starb der Kaufmann, die Tochter schrieb an den Geliebten: er möchte austreten, kommen und sie glück-

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