140

Kirchhofe. Es war ein Leichenzug. Die Trä, zer standen; die Freunde drängten sich an den Sarg. Der Deckel fiel herunter. In ein weißes Todtenkleid gehüllt lag ein Mad, chen in dem traurigen Behälter. Blaß und vom Schmerz entstellt war ihr Gesicht. Mein Hannchen, mein Hannchen! ertönte es jezt durch das Schluchzen hindurch. Mit Tönen und Gebärden, die jedes Herz zerfleischten, warf sich die Mutter auf den Sarg. Meine einzige Tochter, meine Stütze, meine Hoff, nung, du willst mich verlassen? Wer soll mich, nähren und warten? Man riß sie hin, weg vom Sarge, und da die Erdschollen dumpf hinunter rollten, sank die unglückliche Mutter ohnmächtig zur Erde.

Wehmüthig näherten sich unsere beyden Jünglinge dem Prediger, um die traurige Geschichte der Verstorbenen zu erfahren. Der Pfarrer drückte ihre Hände und sagte trau, lich: sie starb als ein Opfer der Tanzwuth. Der Tanzwuth? riefen beyde erschrocken zur gleich. Der Pfarrer sprach : es war ein edles