unsere Zeit vor den früheren gemacht hat, unsere Zeit, die so Vielen nicht gefallen will. Manchen gefällt sie nicht, weil sie nicht schnell genug geht, weil der junge Mensch, der mit hoffendem Herzen in sie hineintritt, nicht seine Zeit, oder vielmehr Gottes Zeit mit ihm, abwarten kann, und murret und klagt, daß ihm nicht schnell genug geholfen werde.
Höre doch einmal, du Unzufriedener, von der Väter Zeit; die lehrte warten. Da war auch das Herz der Zugend ungestüm, aber die lange Wartezeit machte es kühl; da ward auch die Jugend gelehrt und unterwiesen, langer und fast gründlicher, denn jetzt; aber die Mühe fand nicht so schnell ihren Lohn; das Brod kam oft lange in kleinen Laiben nur in's Haus, und unter Geduld und Warten mußte es im Schweiße des Angesichtes gegessen werden. Wie viele Meister gab es damals, die niemals eine eigne Werkstätte erlangten, sondern froh seyn mußten, Zeit Lebens das Gesellenbrod zu essen! Wie viel Künstler gingen damals umher, den Kopf voll großer Entwürfe und schöner Gedanken, und war Niemand da, der sie verstand. Wie viel stu- dirte Leute, die was Tüchtiges gelernt hatten, sah man noch über die Mitte ihres Lebens hinaus, umhergehen und nach einem Aemtchen suchen, das ihnen daS tägliche Brod geben könnte, urrd suchten oft lange und immer vergebens! Wie ist in dem langsamen, tiefgründigen Strom jener Zeit so manches Haupt untergegangen, das man jetzt hochheben würde, damit es seiner Zeit leuchte! Wie ist damals manches Herz in Ungeduld und Trübsinn gebrochen, dem nichts gefehlt hätte, als ein verwandtes Herz, daran sich's anschmiegen und festhalten konnte!

